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  Verleihung des Horst-Konejung-Preises 2007 an den Geschichtsverein Euskirchen
   
 
Der Preis des Jahres 2007 geht an den → Geschichtsverein Euskirchen mit seinem Vorsitzenden Dr. Weitz. Besonders die Aufarbeitung der dunklen Kapitel der Geschichte Euskirchens, die mit der Ausstellung und dem zweibändigen Werk "Nationalsozialismus im Kreis Euskirchen" bearbeitet wurde, stand für die Entscheidung der Jury im Vordergrund. Ebenso das grenzübergreifende Projekt "Besatzungszeiten - Occupations: Die Ardennen 1914-1918, Das Rheinland 1918 - 1930" (Ausstellung und zweisprachiges Buch), das in Kooperation mit dem Geschichtsverein der Partnerstadt Charleville-Mezieres (F) durchgeführt wurde.

Nicht nur mit diesen beiden Projekten hat der Geschichtsverein Euskirchen bewiesen, dass auch bürgerliches Engagement im Bereich der Geschichtsforschung wissenschaftliche Maßstäbe erfüllen kann. Ebenso liegt die Arbeit und Aufgabenstellung des Geschichtsvereins Eus-kirchens ganz im Sinne einer ebenso regionalen wie grenzübergreifenden historischen Aufarbeitung der Konflikte des 20. Jahrhunderts, zu der sich die Konejung Stiftung: Kultur satzungsgemäß verpflichtet hat.

Die Preisverleihung fand am 23. Oktober 2007 im Stadtmuseum, Euskirchen statt. Die Laudatio hielt die Vorjahrespreisträgerin → Dr. Karola Fings.

Der mit 5.000 € dotierte Horst-Konejung-Preis wird jährlich an Personen bzw. Institutionen verliehen, die sich im Rahmen der Stiftungsziele verdient gemacht haben, insbesondere der Aufarbeitung der lokalen Geschichte im europäischen Kontext und der kulturellen Belebung der Grenzregion Rheinland, Eifel, Ardennen.

Bisherige Preisträger waren:

2005:
Dr. Horst Wallraff, Historiker, Autor des Buches "Der Nationalsozialismus in den Kreisen Düren und Jülich".
→ Zur Beschreibung

2006:
Dr. Karola Fings, Historikerin, stellvertretende Leiterin des NS Dokumentationszentrums der Stand Köln.
→ Zur Beschreibung
 
   
 
  Dr. Weitz bei der Dankesrede
   
 
  Verleihung des Horst-Konejung-Preises am 23. Oktober 2007
im Stadtmuseum, Euskirchen
   
     
→ Presseartikel zum Horst-Konejung-Preis 2007    
     
 

Laudatio auf den Geschichtsverein des Kreises Euskirchen mit seinem Vorsitzenden Dr. Reinhold Weitz durch Frau Dr. Karola Fings:

"Ich will eine Geschichte (...) schreiben, die darüber Gewissheit schaffen soll, wie die Menschen im Kreis ihrer Familien lebten und welche Künste sie gemeinsam pflegten (...). Mein Gegenstand ist die Geschichte des menschlichen Geistes und nicht die ausführliche Aufzählung unbedeutender Tatsachen; auch mit der Geschichte großer Herren will ich nichts zu tun haben (...); aber ich will wissen, über welche Stufen die Menschen vom Zustand der Barbarei zur Zivilisation übergingen."

Mit diesem Blick auf die Geschichte begründete Voltaire eine völlig neue Sicht auf die Vergangenheit, wie er ja überhaupt als einer der bedeutendsten Aufklärer des 18. Jahrhunderts das Denken revolutionierte und damit selbst "Geschichte machte". Dass sich der Geschichtsverein des Kreises Euskirchen in die Tradition Voltaires stellt, finde ich ebenso bemerkens- wie lobenswert. Geschichte soll, so heißt es nämlich mit Verweis auf den großen Franzosen auf der Internetseite des Vereins, "nicht das Gedächtnis beschweren, sondern den Verstand erleuchten". Damit wird ein Anspruch formuliert, der für einen regionalen Geschichtsverein keineswegs selbstverständlich ist.
Geschichtsvereine sehen sich, zumal durch die universitäre Fachwissenschaft, oft einem doppelten Verdacht ausgesetzt. Der eine lautet, dass auf der Folie eines geographisch eng begrenzten Raumes eine rückwärtsgewandte Heimattümelei betrieben würde. Der andere, dass es den in solchen Vereinen engagierten Personen, oft so genannte "Barfuß"- oder "Hobbyhistoriker", an dem notwendigen fachlichen Instrumentarium mangele. Der Geschichtsverein des Kreises Euskirchen ist vor solchen Verdächtigungen gefeit. Seine zahlreichen Aktivitäten und Publikationen sind dafür der beste "Beweis", wenn es denn eines solchen Beweises bedürfte.

Nun ist es nicht einfach, das Wirken eines fast fünfzig Jahre aktiven Vereins in einer Laudatio, noch dazu vor einem ohnehin sachkundigen Publikum, angemessen zu würdigen. Ich möchte hier auch nicht einfach alles das aneinanderreihen, was der Verein seit seiner Gründung geleistet hat. Ich möchte vielmehr die Aspekte herausgreifen, die meinem Eindruck nach den Erfolg - und damit auch die Auszeichnung dieses Vereines mit dem Horst-Konejung-Preis - begründen.

Das ist ganz sicherlich zunächst einmal die hohe Kontinuität, die der Verein in seiner Arbeit aufweist. Für diese Kontinuität stehen nicht nur die langjährigen Vorsitzenden, der 1982 verstorbene Karl Otermann und der seit 1983 in dieser Funktion tätige Dr. Reinhold Weitz, sondern auch zahlreiche Mitglieder, die seit langen Jahren ihre Kompetenzen einbringen und damit das Vereinsleben aktiv gestalten.
Diese Kontinuität, die den Verein zu einer bedeutenden Instanz der regionalen Geschichtskultur hat werden lassen, beruht aber auch auf einer starken Basis sowie einer soliden Verankerung in der Region. Mehr als 800 Mitglieder ermöglichen es, auch größere Projekte über einen längeren Zeitraum zu verfolgen. Verankert ist der Verein in der Region durch ebenfalls langjährige und vielfältige Kooperationen mit lokalen und regionalen Behörden und Institutionen. Politik und Verwaltung des Kreises ziehen den Geschichtsverein gleichermaßen gerne als fachkundige Instanz heran, sei es bei der Beratung in Einzelfragen, sei es als Mitorganisator von Ortsjubiläen, Ausstellungen oder Unterrichtsmaterialien.

Die Vielfalt seiner Aktivitäten und die Breite seines Themenspektrums sind ein weiterer Baustein des Erfolgs. Mit regelmäßigen Vorträgen, Tagesexkursionen und Bildungsreisen hat der Verein nachhaltig das Interesse an Geschichte in der Region gefördert. Darüber hinaus erscheinen seit 1987 die meist mehrbändigen und anspruchsvollen "Jahresschriften", die jeweils einen besonderen Schwerpunkt haben. Das Angebot des Vereins erstreckt sich über alle Epochen; in der Römerzeit ist man ebenso zu Hause wie im Mittelalter oder in der Zeitgeschichte.

Nun ist der Einwand berechtigt, dass viele dieser genannten Aspekte auch auf andere regionale Geschichtsvereine zutreffen. Und da würde ich Ihnen sogar Recht geben - wenn es da nicht ein herausragendes Merkmal geben würde, das diesen Geschichtsverein von anderen vergleichbaren, ebenfalls lange bestehenden Vereinen unterscheiden würde. Dieses Merkmal ist ganz unzweifelhaft seine Modernität. Er fühlt sich nämlich einer kritischen Lokalgeschichte aus dem Blickwinkel der Region und des Rheinlandes verpflichtet.
Die Liebe zur Heimat durch Geschichtsbewusstsein zu fördern, das war die Antriebsfeder der "Heimat- und Geschichtsfreunde des Kreises Euskirchen" unter dem Vorsitz von Karl Otermann. Dr. Reinhold Weitz hat sich in diese heimatgeschichtliche Tradition gestellt, aber den Ansatz nach und nach methodisch und damit auch inhaltlich modernisiert. Ein kritischer und analytischer Zugang sowie Sozial-, Kultur- oder Mentalitätsgeschichte fanden so Eingang in das Repertoire des Vereins. Dieser Verdienst soll mit der Preisvergabe ebenfalls gewürdigt werden. Zwar geht der Horst-Konejung-Preis in diesem Jahr erstmalig nicht an eine Einzelperson, sondern an einen Verein, aber der Zusatz "mit seinem Vorsitzenden Dr. Reinhold Weitz" soll anzeigen, dass der "primus inter pares" benannt werden soll.

Reinhold Weitz, 1940 geboren, studierte nach dem Abitur Geschichte in Münster, Poitiers und Bonn, es folgten Staatsexamen und Referendariat im Höheren Schuldienst. Am Institut für geschichtliche Landeskunde der Rheinlande in Bonn arbeitete er im Anschluss zwei Jahre lang als Assistent. 1970 promovierte er über den "niederrheinischen und westfälischen Adel im ersten preußischen Verfassungskampf 1815-1823/24". Sein Berufsleben verbrachte er als Gymnasiallehrer in Bonn, Zülpich und Euskirchen.
Aus der traditionsreichen Bonner landesgeschichtlichen Schule brachte Dr. Reinhold Weitz den grenzüberschreitenden Blick mit, ohne jedoch an die germanisch-völkischen Hegemonialvorstellungen der Bonner Landeshistoriker aus der NS-Zeit anzuknüpfen. Heraus kommt dabei eine enorme Kompetenz beim Aufzeigen lokaler und regionaler Entwicklungen, die frei von simplen lokalpatriotischen Reflexen ist. Die historischen Prozesse vor Ort werden in regionale, nationale und internationale Bezüge gestellt und kritisch analysiert.
Diesem Ansatz verpflichtet, erschienen in den letzten beiden Jahren Publikationen des Vereins, die eine besondere Würdigung verdienen. In zwei voluminösen Bänden haben drei Autorinnen und sechs Autoren den "Nationalsozialismus im Kreis Euskirchen" untersucht, und sich dabei dem Alltäglichen ebenso intensiv gewidmet wie dem Außergewöhnlichen. Die Arbeit wird sicher lange Jahre ein wichtiges Referenzwerk bleiben und hoffentlich zu weiteren Studien anregen.

Mit dem deutsch-französischen Gemeinschaftswerk "Besatzungszeiten / Occupations" wurde Neuland in der bi-nationalen Zusammenarbeit zweier Geschichtsvereine betreten. Der großformatige, in diesem Jahr begleitend zu einer Ausstellung erschienene Band, untersucht die deutsche Besatzung in den Ardennen 1914-1918 und die französische Besatzung des Rheinlandes 1918-1930. Damit wird auf vorbildliche Art eine Zeitspanne auf die Alltagserfahrung der deutschen und französischen Bevölkerung herunter gebrochen, ohne deren Kenntnis weder die Zeit des Nationalsozialismus zu begreifen noch die Bedeutung des guten deutsch-französischen Verhältnisses heute zu schätzen sind.

Beide Publikationen helfen uns, um an den Anfang zurück zu kehren, im besten Voltaire'schen Sinne, etwas darüber zu erfahren, "... über welche Stufen die Menschen vom Zustand der Barbarei zur Zivilisation übergingen." Der Geschichtsverein des Kreises Euskirchen mit seinem Vorsitzenden Dr. Reinhold Weitz ist daher vorbildhaft für eine regionale Geschichtsarbeit, welche die Nähe mit der Ferne, die Heimat mit der Fremde, zu verbinden vermag. Nicht zuletzt dafür erhält er den Horst-Konejung-Preis.
Herzlichen Glückwunsch!

   
  Rede Dr. Reinhold Weitz anlässlich der Verleihung des Horst-Konejung-Preises 2007:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Lassen Sie mich mit einer Einschränkung und einem langen Schachtelsatz anfangen - beides kapitale Verstöße gegen die Rhetorik und die Unmittelbarkeit eines von Herzen kommenden Dankes:

Wenn die Konejung Stiftung: Kultur, die nach ihrem Stiftungsvermögen ins obere Drittel solcher deutschen Einrichtungen gehört, einen Geschichtsverein auszeichnet, der geographisch auf dem Land tätig ist und darüber hinaus in einem wenig beachteten Landstrich, dann erfüllt das den Geehrten mit Freude und ehrt den Laudator wegen seines Mutes. Stellvertretend für den Vorstand und damit für den Geschichtsverein des Kreises Euskirchen, die Mitarbeiter und Mitautoren darf ich Ihnen… N.N…einen tief empfundenen Dank sagen.

Die Nachricht, der diesjährige Träger des Horst-Konejung-Preises zu sein, hat uns unerwartet getroffen. Sie nennen mehrere Gründe, uns auszuzeichnen. Das macht uns ein wenig stolz und lässt uns auf die Suche gehen nach den Gemeinsamkeiten zwischen den Stiftungszielen und unserer Arbeit. Ich sehe uns beide als Verbündete für eine gute Sache, besser passt der Plural - für gute Sachen. Wir unterscheiden uns gewiss in der öffentlichen Wahrnehmung und der Art des Auftretens. Nicht alle unsere kulturpolitischen Ziele und Einstellungen sind deckungsgleich, aber wir haben entscheidende Schnittmengen gemeinsam: die Vergangenheit ungeschönt aufzuhellen, über die Kirchturmsgrenzen hinauszublicken sowie in einem zusammenwachsenden Europa die Landesgrenzen zu überschreiten und in die Öffentlichkeit hineinzuwirken.

Sie haben unsere Arbeiten zum Nationalsozialismus lobend hervorgehoben. Die Hitler-Diktatur und der Zweite Weltkrieg haben zerstörerische Spuren gerade bei den Menschen und in der Landschaft der Nordeifel hinterlassen. Wir als GV haben uns weniger mit den militärischen Geschehnissen und der Täter- und Opfergeschichte befasst. Die Judenverfolgung bleibt ganz fast ausgeklammert, nicht weil wir sie marginalisieren oder vergessen machen wollen. Zu diesen Themen gibt es schon viele Beiträge - und einige gute, gründlich recherchierte! Unser moralischer Impetus verbindet sich mehr mit der Ursachenfrage. Wer nachvollziehen will, wie und warum die Zeitgenossen in einer ländlich und kirchlich geprägten Region so handelten, muss neben der Dramatik der Ereignisse und den menschlichen Tragödien den Blick auf die Verhältnisse richten, die den Alltag bestimmten - das Milieu, in dem die Menschen lebten, und den Zeitgeist, der durch epochale Geschehnisse geprägt wurde. Publikation und Ausstellung wollten und wollen einen Beitrag leisten zum Verständnis, was allerdings nicht mit einer alles entschuldigenden Haltung oder dem Verdrängen verwechselt werden darf. Die beiden Bände sind nicht von der Absicht geleitet, moralische Urteile über handelnde Personen der damaligen Zeit abzugeben oder gezielt das Verhalten einzelner bloßzustellen. Bewertungen bleiben dem Leser überlassen, aber vielleicht bewirkt gerade der distanzierende und mehrperspektivische Blick, der Erschrecken und Schamgefühl freisetzt, dafür die Voraussetzung. Je mehr man den Vorgängen nachspürt, umso mehr verflüchtigen sich die Schwarz-Weiß-Bilder von Gut und Böse und - um bei der Metapher des Farbenspektrums zu bleiben, es überwiegen die Grautöne. In unterschiedlichen Rollen hat der damalige Zeitgenosse unterschiedliche Verhaltensweisen an den Tag gelegt. Das Doppelgesichtige überwiegt. Es gab nur ganz wenige Menschen, die nicht auf irgendeine Weise in das Unrechtssystem verstrickt waren.

Unsere Beschäftigung mit der NS-Epoche will der politischen Erziehung im aufklärenden Sinn zuarbeiten - in Kurzem wird es z. B. eine Aktion mit den Schulen geben, die unsere Publikation und eine CD-Fassung für Unterrichtszwecke erhalten. Ich denke, wir sind uns einig: Geschichtsarbeit darf nicht affirmativ und populistisch sein oder Klischees bedienen, wenn sie wirklich zur Gegenwartsbewältigung beitragen soll und in die Zukunft wirken will.

Das grenzüberschreitende Projekt unserer Zusammenarbeit mit den Geschichtsfreunden von Terres Ardennaises ist für die Konejung Stiftung ein weiterer Grund gewesen, uns auszuzeichnen. Hier ist es vor allem der Tatkraft des Vorsitzenden Jacques Lambert zu verdanken, den ich besonders herzlich begrüßen möchte, dass wir eine gemeinsame zeitnahe Ausstellung und eine aufwendige, zweisprachige Veröffentlichung zu den Besatzungszeiten in den Ardennen 1914-1918 und in der Eifel 1918-1930 zustande gebracht haben, von der man in deutschen historischen Fachkreisen lobend Kenntnis nimmt. Es war und ist gerade dem Geschichtsverein ein besonderes Anliegen, den Rhein-Maas-Raum in den Blick zu rücken. Er war in früherer Zeit ein gemeinsamer Kultur- und Wirtschaftsraum und eine Zeitlang auch politisch eine Einheit. Erst die Neuzeit mit ihren Nationalismen hat Grenzen gezogen und ihm in Kriegen als Durch- und Aufmarschzone sowie mit Entscheidungsschlachten zu einer traurigen Berühmtheit verholfen. Unserem Anliegen, alte Verbindungen und Gemeinsamkeiten wieder bewusst zu machen, kommen wir seit Jahren auch mit unseren Studienfahrten nach - vor allem nach Frankreich. Nicht zum wenigsten war es der GV, der die Konzeption zur Ausstellung und den Katalog im Chlodwig-Jahr 496-1996 erbracht hat. Aus unserer Sicht ist die rheinische Landesgeschichte, zu der wir also unseren Teil beisteuern, besonders geeignet, die deutsch-französischen Beziehungen zu beleben und damit den europäischen Gedanken konkret werden zu lassen. Wir hoffen folglich, dem vorrangigen Satzungszweck der Stiftung (ich zitiere) "Projekte im Rahmen der europäischen Einigung" zu fördern, gerecht zu werden und zur (ich zitiere) "kulturellen Belebung der Grenzregion Rheinland, Eifel, Ardennen" beizutragen.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch: Meine Äußerungen bezwecken nicht die Selbstvergewisserung über die Richtigkeit der Preisverleihung. Sie haben die Entscheidung getroffen, und mir steht es nicht zu, im Nachhinein die Argumente zu liefern. Meinen Dank an Sie möchte ich aber mit einem persönlichen Bekenntnis zur historischen Kulturarbeit vor Ort beschließen. Ich überspitze (im Folgenden) bewusst. Wer wie unserer Geschichtsverein und ich seit fast 25 Jahren ohne die Einbindung in eine große Institution tätig ist, fühlt sich oft wie ein David - allerdings erfolglos, gegen einen übermächtigen Goliath. Die großstädtischen Kulturzentren nehmen einen nicht wahr. Das lokale Kirchturmsdenken ist sich selbst genug und ist wenig an Zusammenarbeit interessiert. Die Großverbände sind in ihren eigenen Hierarchien und Strukturen befangen und brauchen anscheinend die örtlichen Kräfte nicht. Zu alledem verliert die Landesgeschichte, wenn sie nicht zur römerzeitlichen Provinzialarchäologie mit ihrer Lobby gehört, zunehmend an Einfluss. Da tut es gut, die Erfahrung mit einer Konejung Stiftung zu machen. Sie hilft und fördert da, wo die kulturelle Landkarte zwischen Köln, Aachen und Bonn einen scheinbar weißen Fleck hat, und sie bewegt mit ihrem Sponsoring etwas, was vielleicht auch außerorts und in der Rheinschiene wahrgenommen wird. In einem Wahlkampf der 1970er Jahre wurde einmal der Slogan ausgegeben: "Small is beautiful". Ich möchte ihn für die Kulturarbeit in der vermeintlichen Provinz abwandeln und behaupten: Es lohnt die Mühe und führt zu Großem, wenn Kleine sich zusammentun. Bleiben Sie, sehr geehrte Damen und Herren von der Konejung Stiftung, weiterhin die Förderer hierzulande, dann haben auch Geschichte und Kultur auf dem Lande eine Chance! Sie werden in uns einen Partner haben.
Ich danke Ihnen!

 


Adresse de Geschichtsverein des Kreises Euskirchen e.V.:
Geschäftsstelle: Kreisverwaltung-Archiv - 53879 Euskirchen - Jülicher Ring 32
→ www.geschichtsverein-euskirchen.de

   
 
  Der Dokumentarfilm
  YOU ENTER GERMANY
  Hürtgenwald- der lange Krieg am Westwall
   
  Seit November 2005 dreht ein Team mit dem Dokumentarfilmer Aribert Weis sowie Jürgen Teves, Achim Konejung und weiteren Mitarbeitern in der Eifel Dokumentaraufnahmen für einen Film über die Schlacht im Hürtgenwald und seine Folgen. Der Film soll - neben einer Fernsehausstrahlung - vor allem Schulen als Unterrichtsstoff zur Verfügung gestellt werden.

Thematisch behandelt die Dokumentation den Zeitraum 1936 bis 1947, also vom Beginn des Baus des Westwalls über den Aufmarsch 1940 (Westfeldzug); über die Kämpfe im Herbst 1944 bis zum großen Brand 1947 und dem Wiederaufbau.


Unterstützt werden die Dreharbeiten von der Konejung Stiftung: Kultur, die 2004 zusammen mit dem Geschichtsverein Hürtgenwald, der Gemeinde Hürtgenwald und dem Kreis Düren die Gedenkfeierlichkeiten zum 60. Jahrestag veranstaltete und mit Ihrer "Fahrt in die Vergangenheit" weiterhin einen Beitrag zur Geschichtsaufarbeitung liefert.

Zeitzeuge Tony Vaccaro

Mittlerweile konnten in Deutschland und den USA einige der heute meist über 80 jährigen Zeitzeugen wie der berühmte Fotograf Tony Vaccaro ("Entering Germany") interviewt werden. Außerdem gelang es, in den National Archives in Washington bisher unbekanntes Filmmaterial über die Kämpfe am Westwall und im Hürtgenwald zu recherchieren.

→ Mehr Information zum Film
→ More information

Konejung Stiftung: Kultur
Amandusstr. 8
52391 Vettweiß
Tel: (02424) 202 346, Fax: (02424) 202 347,
Email: info@konejung-stiftung.de

   
 
"You Enter Germany" ist erschienen in der → Rheinischen Edition und
erhältlich bei Verlag Ralf Liebe:   erhältlich bei Amazon:
 
   
   
 
  Die Konejung Stiftung: Kultur unterstützt die Fachtagung:
  ZUKUNFTSPROJEKT WESTWALL
  Wege zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit den Überresten der NS - Anlage
   
 

Vom 3. - 4. Mai 2007 im Universitätsclub, Bonn.

   
 
 
Gesprengter Westwallbunker im Hürtgenwald
   
  Bauten des Nationalsozialismus haben in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder Anlass für Kontroversen
um deren Erhalt, denkmalästhetische Inszenierung und Musealisierung geboten. Weitgehend unberührt von
diesen Kontroversen ist jedoch eines der mächtigsten Bauwerke der Nationalsozialisten geblieben: der Westwall.
Er erstreckt sich über 630 Km von Basel bis nach Kleve entlang der deutschen Grenze.

In den vergangenen Jahren wurden einige der noch halbwegs intakten Bunkeranlagen Privatpersonen oder
Vereinen zur eigenen Nutzung überlassen, von diesen zu musealen Anlagen ausgebaut und für den Publikums-
verkehr geöffnet. Das Bild, das in diesen Museen von der Geschichte des Westwalls gezeichnet wird, ist fast
durchgängig einseitig und von einem meist affirmativen Blick auf die Anlagen und ihre Militärtechnik bestimmt.
Durch den Verzicht auf eine angemessene zeitgeschichtliche Kontextualisierung gerinnt der Westwall so zu
einem bewunderten Zeugnis deutscher Bau- und Ingenieurskunst.

Und es gibt zahlreiche weitere Planungen, Westwallrelikte zu erschließen und touristisch aufzuwerten. Um zu
vermeiden, dass diese Projekte die fragwürdige Erinnerungspolitik der bisherigen Museen fortsetzen, braucht
es konsensfähige Konzepte, die den erreichten zeitgeschichtlichen und museumsdidaktischen Standards entsprechen.

Die Fachtagung "Zukunftsprojekt Westwall" wendet sich vor diesem Hintergrund vor allem an Vertreter von
Gemeinden, Städten und Kreisen, sowie an Einrichtungen der politischen Bildung, an Denkmalschützer, Geografen
und Zeithistoriker. Sie zielt darauf ab,

  • die zeitgeschichtliche, politische und historisch-geografische Bedeutung des Westwalls auszuloten;
  • Wege zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit den Überresten der NS-Anlage zu erarbeiten und
    zur Bündelung der vorhandenen Kompetenzen beizutragen

Ansprechpartner: Frank Möller (GIP), Tel.: 0221/31 76 68 oder gip.moeller@netcologne.de

   
 

Den ausführlichen Flyer zur Veranstaltung können sie → hier als PDF- Dokument downloaden.
Die Druckfassung des Flyers zur Veranstaltung können sie → hier als PDF- Dokument downloaden.
Der Tagungsbericht von Franziska Bedorf und Daniel Holder ist → hier zu finden.

   
 
"Zukunftsprojekt Westwall" ist erschienen in der → Rheinischen Edition und
erhältlich bei Verlag Ralf Liebe:   erhältlich bei Amazon:
 
   
 
  FAHRT IN DIE VERGANGENHEIT
  Hürtgenwald und der lange Krieg im Westen 1944-1945

Herbsttermine 2007:

Donnerstag 1. November
Samstag. 3. November und
Sonntag, 4. November 2007

  Noch einmal gibt es die Gelegenheit an der historischen Zeitreise durch den Hürtgenwald teilzunehmen. Aufgrund der großen Nachfrage gibt es am 1., 3. und 4. November 2007 weitere Zusatztermine. Die Reservierung erfolgt über Konejung Stiftung : Kultur
 

Von September 1944 bis März '45 tobte in der Nordeifel die längste Schlacht, die je auf deutschem Boden stattfand. Zehntausende deutscher und amerikanischer Soldaten wurden getötet oder verwundet, die Dörfer vollends zerstört. Seit 2004 erinnert die Konejung Stiftung: Kultur mit einer literarischen und historischen Zeitreise an diese vergessene Schlacht, die beispielhaft die Sinnlosigkeit des Krieges demonstriert.

Begleitet vom Künstler Achim Konejung beginnt die Busfahrt als rollendes Hörspiel durch die dunklen Wälder des Hürtgenwaldes, wobei die strategischen Ereignisse ebenso im Mittelpunkt stehen wie der Bau des Westwalls, die Lebensumstände der einfachen Soldaten und die Situation der Zwangsarbeiter. Zu hören sind Tondokumente wie die Reden von Churchill oder Thomas Mann sowie Propagandasongs und Schlager der 40er Jahre.

Höhepunkt ist die Wanderung durch das Kalltal mit Lesungen der Schauspieler Joachim Pukaß (Berlin) und Mario Buletta (Hamburg), die Texte von Ernest Hemingway, Kurt Vonnegut, Heinrich Böll und anderen vortragen. Nach einer Mittagspause endet die Reise mit dem Besuch des Hürtgenwald-Museums.

Donnerstag, 1. November, Samstag, 3. November und
Sonntag, 4. November 2007.
Abfahrt 10:00 ab HBF Düren, ZOB/ HBF. Rückkehr dort gegen 18:00.

Teilnahmegebühr: 22,- Euro

Reservierung: (erforderlich):
Über Konejung Stiftung: Kultur
Bitte per FAX (02424) 202 347
Oder
Email: info@konejung-stiftung.de
Im Bedarfsfall auch telefonisch:
(02424) 202 346 (Bitte auf Anrufbeantworter sprechen unter Angabe Ihrer Telefonnummer)

Änderungen vorbehalten.

 
 
 
Im Hürtgenwald
 
 
   
  Team der Fahrt in die Vergangenheit.
V. l. n. r: Lauterborn, Konejung, Pukaß, Buletta.
   
 
  Die Konejung Stiftung: Kultur unterstützt das Dokumentarfilmprojekt:
  Erinnerung an Wollseifen
   
 

Wollseifen war ein einsam inmitten hügeliger Eifellandschaft gelegenes Dorf. Bis ins 19. Jahrhundert lebten die Menschen bescheiden von der Landwirtschaft. Nach dem Bau der Urfttalsperre Anfang des 20. Jahrhunderts kamen Touristen in die abgeschiedene Region und brachten dem Ort wirtschaftlichen Aufschwung.

1934, ein Jahr nach der Machtübernahme Hitlers, begannen in Sichtweite des Ortes die Bauarbeiten für die "NS-Ordensburg Vogelsang", in der die Elite des Regimes ausgebildet werden sollte.

Der Zweite Weltkrieg hinterließ auch in Wollseifen seine Spuren. Bei den Bombenangriffen im Winter 1944/45 kamen viele Dorfbewohner ums Leben, zahlreiche Häuser wurden zerstört. Doch die Wollseifener nahmen ihr Schicksal schnell wieder in die Hand. Ein Jahr nach Kriegsende waren die gröbsten Schäden beseitigt, die Felder wieder bestellt. Die Menschen sahen optimistisch in die Zukunft. Doch am 13. August 1946 machte ein Evakuierungsbefehl alle Hoffnungen zunichte. Auf Befehl der britischen Besatzer mussten die 550 Einwohner den Ort bis zum 1. September räumen. Die Briten planten die Einrichtung eines Truppenübungsplatzes, in dessen Einzugsbereich Wollseifen lag. Ein ganzes Dorf ging auf Wohnungssuche.

60 Jahre lang durften die ehemaligen Wollseifener nur mit Sondergenehmigung ihre Heimat besuchen. Trotzdem ist es ihnen gelungen, die Erinnerung an ihr Dorf wach zu halten.

Zum Jahreswechsel 2005/06 ging das Gelände des Truppenübungsplatzes Vogelsang mit den Überresten Wollseifens in den Nationalpark Eifel über. Allein das Wegekapellchen, die Trafostation, die Reste der ehemaligen Schule und die Ruine der Sankt Rochus Kirche erinnern noch an das Leben im Dorf, das in Zukunft ein Ort der Stille und des Nachdenkens werden soll.

Regie: Dietrich Schubert
Kamera: Dietrich Schubert
Mitwirkende: Margarete Engels, Rudi Breuer, Fritz Sistig, Odilia Engelskirchen, Karl Heup, Ida Mäuser, Martha Schmitz
Fachberatung: Klaus Ring (Standortentwicklungsgesellschaft Vogelsang)
Postproduktion: Olaf Klein
Länge: 90 Minuten
Format: 16:9

Bestellen bei: → www.schubertfilm.de

   
 
  Die Konejung Stiftung: Kultur unterstützt das Projekt:
  Römertunnel in Drove
   
  Zwischen Kreuzau-Drove und Vettweiß-Soller liegt der Drover Berg, der bis vor kurzem als militärischer Übungsplatz genutzt wurde. Im Untergrund dieses Bergrückens liegt eines der bedeutendsten technischen Denkmäler unseres Landes versteckt: der Drover-Berg-Tunnel, der einzige antike Tunnelbau Nordrhein-Westfalens und mit 1.660 m Länge der zugleich längste nördlich der Alpen. Von seiner Existenz zeugt eine Reihe von Erdtrichtern, die sich in einer gewundenen Linie über den Berg zwischen Drove und Soller zieht.

Diese Erdtrichter sind deutliche Hinweise auf die antike Bauweise dieses einst der Wasserversorgung einer römischen Villa rustica dienenden Tunnels: man hat ihn nicht nur von zwei Mundlöchern an seinen beiden Enden aus gebaut, sondern zusätzlich rund hundert Bauschächte angelegt. Diese sogenannte Qanat-Bauweise hat eine 3000jährige Tradition, die im alten Iran begründet wurde und die danach auch von den Römern häufig angewendet worden ist.

In Zusammenarbeit mit Herrn Dr. Grewe und Frau Tutlies vom Landschaftsverband Rheinland will der Geschichtsverein Drove einen Teil des Tunnels aufschließen und somit der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Die Konejung Stiftung : Kultur hat sich bereit erklärt, die hierfür notwendige Information und Dokumentation durch Schautafeln im Bereich des Aufschlusses und entlang des Tunnels zu ermöglichen.

Weitere Informationen dazu: → www.klaus-grewe.de/vortraege.htm
   
  Zu diesem Projekt findet mit Herrn Dr. Grewe eine

Powerpoint-Präsentation
Am Mittwoch, 17. Januar 2007 um 18:00 Uhr in Kreuzau-Drove im
Saal Joeken (geg. Kirche)

statt.

Weitere Veranstaltungen zu diesem Thema werden in diesem Jahr folgen.

   
 
 
"Heiliger Pütz" am Rand der Drover Heide. Aus diesem Quelltopf wurde das Wasser für die römische Tunnelleitung entnommen
   
   
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       Projekte 2006
   
 
  Verleihung des Horst-Konejung-Preises am Sonntag, den 14. Mai 2006
im "Haus des Gastes" in Simonskall
   
 

Der mit 5.000 € dotierte Horst-Konejung-Preis wird jährlich an Personen bzw. Institutionen verliehen, die sich im Rahmen der Stiftungsziele verdient gemacht haben, insbesondere der Aufarbeitung der lokalen Geschichte im europäischen Kontext:

Daher ist es uns eine besondere Ehre,
Frau Dr. Karola Fings als unsere diesjährige Preisträgerin vorzustellen.

 
     
    Achim Konejung, Dr. Karola Fings, Dr. Martin Stankowski
   
  Als Historikerin hat sich Dr. Karola Fings, seit 2003 stellvertretende Direktorin im NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln, vor allem den "vergessenen Verfolgten", etwa Sinti und Roma oder Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern, zugewandt. In ihrer 2005 erschienenen Dissertation "Krieg, Gesellschaft und KZ: Himmlers SS-Baubrigaden" widmet sie sich mit der Untersuchung des Verhältnisses der Umgebungsgesellschaft zu den Konzentrationslagern einem besonders lange tabuisierten Thema. Darin gelingt es ihr, die Grauzonen der Täter- und Mittäterschaft in der deutschen Kriegsgesellschaft nachzuzeichnen, und damit das überlieferte Selbstbild einer Gesellschaft, die bei den Verbrechen der Nationalsozialisten immer nur daneben gestanden habe, zu demontieren.
In ihren lokal- und regionalhistorisch ausgerichteten Arbeiten verbindet Karola Fings wissenschaftliche Forschung mit Bildungsarbeit für unterschiedliche Zielgruppen und konkreter Unterstützung für Überlebende. Geschichte wird als Bestandteil einer aktiven und kritischen Erinnerungskultur betrieben, die das Individuum nicht aus der Verantwortung entlässt.

Die Laudatio wird vom bekannten Kölner Journalisten und Historiker Dr. Martin Stankowski gehalten.
→ Presseartikel

   
  Rede anlässlich der Verleihung des "Horst-Konejung-Preises" der Konejung Stiftung: Kultur
am 14. Mai 2006 in Simonskall

  Sehr geehrte Helga Konejung,
sehr geehrter Beirat der Konejung Stiftung: Kultur,
lieber Achim Konejung, liebe Bettina Lauterborn,
liebe Freundinnen und Freunde,
sehr geehrte Damen und Herren,

"Warum?" und "Warum ich?" - das war meine Reaktion, als mir Achim Konejung mitteilte, ich sei als diesjährige Preisträgerin der Stiftung ausgewählt worden. Statt ausgelassener Freude begegneten ihm Fragen und, ja, ich muss es zugeben, wohl auch skeptische Stille. Es dauerte einige Wochen, bis ich die Rolle der Preisträgerin akzeptieren konnte, Wochen, in denen der Vorstand der Stiftung - also Bettina Lauterborn und Achim Konejung - ihrer unbequemen Kandidatin mit ihren unbequemen Fragen auf angenehme Weise zur Seite standen.

Damit keine Missverständnisse entstehen: Es ist nicht so, dass ich der Meinung gewesen wäre, ich hätte an dem Berg der so genannten "Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit" nicht schon so viel abgetragen, dass es Dritten als bemerkenswert auffallen könnte. Auch die Arbeit der Konejung Stiftung, mit der ich viele inhaltliche Berührungspunkte habe, schätze ich sehr.
Doch ich hatte viele Fragen, die zu stellen mir zunächst ungehörig erschien.
Denn: Erwartet man von einer Preisträgerin nicht als allererstes, dass sie dankbar ist? Darf daher eine Preisträgerin, nachdem sie geprüft und für würdig befunden wurde, diesen Prüfvorgang überhaupt umkehren?

Ich kam zu dem Schluss, dass sie das nicht nur darf, sondern dazu verpflichtet ist, zumal, wenn sie wie ich seit gut zwanzig Jahren als Historikerin mit der Zeit des Nationalsozialismus - mit seinem gewöhnlichen Alltag ebenso wie mit seinen Verbrechen - befasst ist. Die ganze Angelegenheit wurde noch dadurch erschwert, dass der Horst-Konejung-Preis ja nicht nur eine persönliche Würdigung
bedeutet, sondern auch mit 5.000 Euro dotiert ist, es sich also um einen Preis handelt, den dankend anzunehmen wesentlich verlockender ist als ihn wohl begründet abzulehnen.

In meinem persönlichen Prüfverfahren waren viele Hürden zu nehmen. Da war zunächst einmal zu klären, ob denn überhaupt ich als Individuum ausgezeichnet werden solle oder ob nicht die Institution, in der ich arbeite, nämlich das NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln, gemeint sei? Nachdem diese Frage zu meinen Gunsten ausgefallen war, türmten sich neue Probleme auf.

Kann ich guten Gewissens diese Anerkennung für eine Arbeit annehmen, die nicht zuletzt auch meine wissenschaftliche und berufliche Karriere begründet hat, während viele Opfer des Nationalsozialismus nach 1945 sowohl moralisch als auch finanziell leer ausgingen? Ja, ich kann - denn es wäre eine geradezu unwissenschaftliche Verkehrung der Verhältnisse, wenn ich die mangelnde gesellschaftliche Anerkennung für die Opfer mit meiner persönlichen Biographie verbinden würde, statt sie in den politischen Verantwortungsbereich der Nachkriegs-Tätergesellschaft zu verweisen.

Eine weitere Frage hat mich im Vorfeld dieser Preisverleihung beschäftigt. Aus beruflicher Erfahrung weiß ich, dass in Deutschland das Kratzen an der Oberfläche, ist es nur gründlich genug, in den meisten Fällen einen Abgrund bloß legt. Waren nicht "Arisierung", Zwangsarbeit und Rüstungsgeschäfte die Grundlagen für das "Wirtschaftswunder"? Wie sollte ich nun dem Vorstand die Frage stellen, woher das Stiftungskapital stammt, ohne dass dieser das als Anmaßung empfand? Doch bevor ich diese Frage überhaupt stellen konnte, musste ich mir Gewissheit darüber verschaffen, über welche Handlungsoptionen ich selbst verfügte. Erst als ich wusste, dass ich ein solchermaßen "kontaminiertes" Preisgeld nicht annehmen würde - ich hätte (man beachte den Konjunktiv!) den Preis angenommen, das Preisgeld aber an die Stiftung gespendet, um diese oder jene spezielle Frage wissenschaftlich bearbeiten zu lassen -, erst in diesem Moment fühlte ich mich frei genug, eine Preisträgerin zu sein.

Es waren weder mangelndes Selbstvertrauen in die Qualität meiner Arbeit noch ein vermeintlich typisch weiblicher Selbstzweifel, die mich viele Fragen haben stellen lassen, sondern ein gewisser moralischer Rigorismus, den einen die deutsche Geschichte lehrt. Warum erzähle ich Ihnen und Euch das überhaupt? Vielleicht, um deutlich zu machen, dass der Preis, den wir heute für eine entschiedene Haltung zahlen müssen, ungleich geringer ist als der, der in der Zeit, über die ich arbeite, zu zahlen war.

Die radikale Herausforderung der Jahre 1933 bis 1945 an jeden Einzelnen hat Sebastian Haffner in seinen Erinnerungen plastisch beschrieben: "Aber es ist ein wichtiger Unterschied zwischen allem, was vor 1933 geschah, und dem, was dann kam: Alles frühere zog an uns vorbei und über uns hin, es beschäftigte und es regte uns auf, und den einen oder andern tötete es oder ließ ihn verarmen; aber keinen stellte es vor letzte Gewissensentscheidungen. Ein innerster Lebensbezirk blieb unberührt. Man machte Erfahrungen, man bildete Überzeugungen: Aber man blieb, was man war. Keiner, der, willig oder widerstrebend, in die Maschine des Dritten Reichs geraten ist, kann das ehrlich von sich sagen."

Die Dauermobilisierung der deutschen Gesellschaft und die Monstrosität der Verbrechen, die aus ihr heraus begangen wurden, sind von so nachhaltiger Wirkung für unsere heutige Gesellschaft, dass man meinen könnte, jene zwölf Jahre hätten tatsächlich den von der NS-Führung anvisierten tausend Jahren entsprochen. Insofern finde ich es besonders erfreulich, dass die Förderung der Geschichtsforschung in der Region generell und die über die Kriege des 20. Jahrhunderts im besonderen zu den Zielen der "Konejung Stiftung: Kultur" gehört. Die Realisierung dieser Stiftungsziele hat sie in der kurzen Zeit ihres Bestehens in bemerkenswerter Breite in Angriff genommen, und zwar nicht nur durch die Vergabe auch des zweiten Horst-Konejung-Preises an eine Historikerin, die sich mit der Zeit des Nationalsozialismus befasst. Mit ihrer "Fahrt in die Vergangenheit", einer Plakataktion im Jahr 2004, Veranstaltungen zum 60. Jahrestag des Kriegsendes und einem Denkmal im Kalltal setzt sie in der Region Akzente.

Solche Akzente sind dringend erforderlich. Lokal- und Regionalgeschichte wird auch in der Nordeifel allzu oft als ein Jahrmarkt der Beliebigkeiten betrieben, auf dem jeder Stimme, so sie denn nur aus der Vergangenheit stammt, gleich viel Wahrheitsgehalt zugesprochen wird. Historische Aufarbeitung bedeutet aber, die Aussagen der Stimmen zu überprüfen und zu gewichten, sie einzuordnen in ihren
historischen Kontext und in ihrer Bedeutung zu bewerten. Dies bedeutet auch, eben nicht den Stimmen, die am lautesten gebrüllt und sich am eindringlichsten in die Erinnerungen eingeschrieben haben, zu trauen. Vielmehr müssen gerade diejenigen hörbar gemacht werden, denen die Stimme - oft genug für immer - geraubt wurde, als sie im nationalen Kanon als Dissonanzen auftraten.

Diese Aufgabe ist umso wichtiger, als sich gerade hier in der Nordeifel entlang der Überreste des "Westwalls" eine Erinnerungskultur zu etablieren droht, die die militärischen Anlagen des nationalsozialistischen Regimes - die eben nicht als Verteidigungslinie, sondern in Vorbereitung eines Angriffskrieges gebaut wurden - gänzlich aus ihrem verbrecherischen Kontext herauslöst. Einen solchen
Ansatz findet man zum Beispiel in vielen einschlägigen Titeln des Helios-Verlages, die in der Region überall als Standardwerke angeboten werden und die sogar hier unten käuflich zu erwerben sind. Erforderlich wäre es dagegen, sich an die moderne Militärgeschichte anzuschließen, die sich inzwischen stärker den gesellschaftlichen Voraussetzungen und Folgen des Zweiten Weltkrieges zuwendet. Damit wäre auch eine deutliche Abgrenzung zum rechtsextremen Spektrum gewährleistet, das über Waffenfetischismus und soldatische Heldensagen seine Faszination für das so genannte "Dritte Reich" und dessen Ziele transportiert.

Doch auch das nahe gelegene, im Volksmund schon fast ironisch "Friedensmuseum" genannte Museum in Vossenack genügt in seiner derzeitigen Gestaltung nicht museumsdidaktischen Anforderungen und taugt daher nicht zur Aufklärung. Eine opulente Waffen- und Kleiderkammer der kriegführenden Armeen mit detailgetreuen und in sicherlich langwieriger Arbeit gestalteten Schlachtfeldszenen kann weder erklären, warum wer den Krieg geführt hat, noch kann sie etwas über das Elend des Krieges und dessen Opfer erzählen.

Eine kritische Aufarbeitung der Vergangenheit schulden wir nicht nur den Opfern des nationalsozialistischen Regimes, die wegen ihrer Herkunft, ihres Glaubens oder ihrer politischen Überzeugung ermordet wurden, sondern - mit Blick auf den Hürtgenwald - auch den vielen Menschen, die in den letzten Monaten des Krieges hier ihr Leben ließen. Es ist notwendig, heute jungen Menschen zu vermitteln, dass dem Tod im Schützengraben nationaler Revanchismus, Obrigkeitshörigkeit und moralische Indifferenz vorausgingen. Das ist meines Erachtens ein lohnendes Ziel; ein Ziel, das jedoch wohl kaum auf den schmalen Schultern der Konejung Stiftung oder durch ehrenamtliches Engagement in einem Geschichtsverein allein realisiert werden kann. Deshalb ist es notwendig, dass auch die Verantwortlichen in der Politik in diese Verpflichtung eintreten.

Warum ich mir erlaube, das alles hier vorzubringen? Weil ich die diesjährige Trägerin des Horst-Konejung-Preises bin! Der Stifter, der leider am 1. März diesen Jahres verstorben ist, war Jahrgang 1927 und nur durch Glück in den letzten Kriegswochen dem Tod an der Front entgangen. Seine Kriegserfahrung blieb prägend und ließ ihn für ein geeintes Europa eintreten, zumal er als in Belgien lebender Deutscher besonders sensibel für nationale Verwerfungen wurde. Grenzen zu überschreiten (im wörtlichen wie im übertragenen Sinne) und Grenzen zu überwinden (als ein Weg der Verständigung) - das ist ein mühsames Geschäft. Das bringt Auseinandersetzungen mit sich, bedeutet intellektuelle Anstrengungen, ist also mit Sicherheit nicht umsonst zu haben. Doch wenn es einen Preis gibt, den zu zahlen es sich lohnt, dann sicherlich diesen. In diesem Sinne nehme ich den Horst-Konejung-Preis sehr gerne an.

An das Ende der Rede einer Preisträgerin gehört die Danksagung. Aber wo anfangen und wo aufhören? Da ist zunächst meine Familie im klassischen Sinne, also Eltern, Geschwister, Mann und Sohn sowie alle, die im Laufe der Jahre durch Beziehungen oder Heirat hinzukamen - eine Familie, in der Liebe und Toleranz auch in schwierigen Zeiten nie klein geschrieben wurde. Zu meiner Familie gehören aber auch meine Freundinnen und Freunde, die mit mir alles und zu jeder Uhrzeit durchdeklinieren. Dann gibt es da noch meine vielen verschiedenen Heimaten, die ebenso wie die Luft zum Leben gehören: meine wissenschaftliche Heimat, nämlich meine Kolleginnen vom Rheinischen Institut für Geschichte und Gedächtnis, meine berufliche Heimat, das NS-Dokumentationszentrum, einige andere mir sehr liebe Kolleginnen und Kollegen, außerdem meine politischen Heimaten, zum Beispiel die "Projektgruppe Messelager". Und nicht auszuschließen ist ja, dass auch die Konejung Stiftung zu einer meiner Heimaten wird.

Bei aller Dankbarkeit über das Vorhandene dürfen wir aber auch die Verluste nicht verheimlichen. Deshalb habe ich mich dafür entschieden, den Abwesenden zu danken. Das sind meine Großeltern und Stiefgroßeltern, die alle nicht unschuldig sind an meinem Interesse für Geschichte; dann Heinz Humbach, ein Kölner Widerstandskämpfer, der Zeit seines Lebens für seine Überzeugungen eintrat; außerdem Wolfgang Stappen, ein wunderbarer Freund, dessen von Solidarität geprägtes Leben viel zu früh endete. Zu den Abwesenden, denen ich danken möchte, zählt schließlich auch Horst Konejung.
Vielen Dank!

Karola Fings

   
   
 
  Fahrt in die Vergangenheit:
  - Sonderveranstaltung -
  Verdun - ein deutsch-französisches Trauma

Samstag, 20. Mai 2006
   
 

Der Name Verdun steht wie anderer für das Grauen des modernen Krieges. Von den Deutschen als Ausblutungsschlacht geplant, entwickelte sich um die Festungen an der Maas ein 9 Monatiger Stellungskrieg, der Hunderttausenden von Franzosen und Deutschen das Leben kostete. Erst lange nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Symbol deutsch-französischer Feindschaft zu einem Ort der Versöhnung.

Bis heute trägt das hügelige Gebiet im Nordosten Frankreichs die Spuren der Kämpfe. Wer einmal die immer noch spärlich bewachsene Mondlandschaft bei Douaumont oder der Höhe Toter Mann gesehen hat, wer das gigantische Beinhaus und die deutschen Friedhöfe besucht hat, wird diese Eindrücke so schnell nicht vergessen. Und er wird vor allem daran erinnert, wie wichtig der Prozess der europäischen Einigung für eine friedliche Zukunft ist.

Verdun

Die Konejung - Stiftung: Kultur (die mit Ihrer Fahrt in die Vergangenheit seit 2004 an die verlustreichen Kämpfe im Hürtgenwald 1944/ 45 bei Aachen erinnert) bietet zum 90. Jahrestag der Kämpfe eine zweitägige Reise nach Verdun. Neben dem Besuch des Memorials, des Forts Douaumont und der Zitadelle, werden Texte von Autoren beider Seiten gelesen, u. a. von Ernst Jünger, Henri Barbusse, Arnold Zweig, Karl Kraus und anderen.

Tondokumente und seltene Aufnahmen patriotischer Chansons und Lieder begleiten das rollende Hörspiel, das allein durch die Fahrtroute daran erinnert, wie oft die Landschaften unserer westlichen Nachbarn Kriegsschauplätze wurden, denn die Denkmäler und Friedhöfe vieler Nationen erinnern nicht nur an den Ersten Weltkrieg, sondern auch an 1814, 1870, 1940 und 1944.

Abfahrt ist am Samstag, dem 20. Mai 2006 ab ZOB Düren., Rückkehr dort am Sonntag, dem 21. Mai gegen 20:00.

Reservierung:
Konejung Stiftung: Kultur,
Amandusstr. 8,
52391 Vettweiß,
Tel: (02424) 202 346, Fax: (02424) 202 347,
Email: info@konejung-stiftung.de

Fahrtpreis 88,- Euro

Im Preis nicht enthalten sind Eintrittsgelder und die Kosten der Übernachtung.

(Je nach Reservierungslage wird ein Hotel für die Reisegruppe zu Sonderkonditionen angemietet, sodass diese im üblichen Rahmen bleiben.)

Änderungen vorbehalten.

   
 
  Mordsommernacht 2006
 
Das Eifel - Krimi Event auf Burg Nideggen

Freitag, 16. Juni 2006,
Samstag, 17. Juni 2006


Ab Juni ist Deutschland im WM- Fieber,
aber nicht jedes Spiel kann volle Spannung bieten.
Deswegen gibt es für alle Spiel- Abtrünnigen eine spannungsgeladene Mordsommernacht,
dieses mal unter dem Motto "Krimi statt Fußball"!

Mit dabei sind:
 
Burg Nideggen
 
         
   
         
Jacques Berndorf,
Eifel- Krimi- Autor der ersten Stunde.
→ Foto zum Herunterladen
  Carola Clasen,
Garantin für abwegige Morde
→ Foto zum Herunterladen
  Ralf Kramp,
hintersinniger Meister des Krimi-Abendgrauens.
→ Foto zum Herunterladen


Moderiert wird der Abend von Kabarettist Achim Konejung.

Freitag, 16. Juni 2006, 20:00 Uhr,
Samstag, 17. Juni 2006, 20:00 Uhr

Vorverkauf: Bücher an der Burg, Nideggen. Tel: (02427) 90 20 96.

Eintrittspreis 13,- Euro plus 10 % Vorverkaufsgebühr

Änderungen vorbehalten.

 
  Rursee Ahoi!
 
Eine kabarettistische Schiffstour durch die Eifel

Mit
Anne Rixmann, Norbert Alich
Hubert vom Venn, Jupp Hammerschmidt
Die Blechharmoniker, Achim Konejung

Samstag, 29. Juli 2006

   
  v.l.n.r.: Hubert vom Venn , Achim Konejung und Norbert Alich
   
  Nach der ausverkauften Schiffstour im letzten Sommer kann es dieses Jahr nur wieder heißen: "Leinen los!" für die kabarettistische Schiffstour durch die Eifel! Mit an Bord sind dieses Mal: Anne Rixmann von der Kölner "Stunksitzung", die in Wirklichkeit eine echte norddeutsche Wassernixe ist; Norbert Alich, Bonner Kabarettist und Star des "Pantheon" - im Doppellleben ein perfekter rheinischer Stimmungssänger auf jeder Loreley- Tour; die "Zwei aus der Eifel", Jupp Hammerschmidt und Hubert vom Venn, die - obwohl überzeugte Landratten - sich mit ihren Eifelstories auf den Rursee trauen, weil man bei dem im Notfall den Stöpsel ziehen kann. Die Kölner "Blechharmoniker", die bei schlechter Sicht mit ihren Instrumenten jedes Nebelhorn ersetzen können, unterhalten die Fahrgäste mit ihrer Slapstick- Musik- Comedy- Show. Moderiert wird der Abend vom Kabarettisten Achim Konejung, der neueste Informationen zum Rur- Seitenkanal, der kommenden Schiffsverbindung Heimbach- Southhampton- New York, preisgeben wird.

Kulinarische Leckerbissen erwarten die Gäste ebenso wie kühle Getränke, und auch dieses Mal hat sich der Klabautermann wieder angesagt!

Am Samstag, dem 29. 7. 2006, Abfahrt 20:00 Uhr, Einlass 19:30 Uhr
vom Schwammenauel Damm oberhalb Heimbach, Rückkehr gegen 23:30.

Fahrt- und Eintrittspreis: 22,- Euro (inkl. 2,- Euro Vorverkaufsgebühr)

Vorverkauf:
Rursee Schifffahrt, am Anleger und unter (02446) 479,
Bücher an der Burg (0 24 27) 90 20 96

Veranstaltet von der Konejung Stiftung: Kultur und der Rursee Schifffahrt GmbH

 
  Hürtgenwald und der lange Krieg im Westen 1944-1945
  Herbsttermine 2006

Samstag 28. Oktober,
Sonntag 29. Oktober und
Mittwoch, 1. November 2006

  Noch einmal gibt es die Gelegenheit an der historischen Zeitreise durch den Hürtgenwald teilzunehmen. Aufgrund der großen Nachfrage gibt es am 28., 29. Oktober, sowie dem 1. November 2006 weitere Zusatztermine. Die Reservierung erfolgt über "Bücher an der Burg", Nideggen, Tel: 02427 - 902096.

 

Die Fahrt und Wanderung führt dieses Mal u. a. zur Gedenkskulptur und der neu errichteten Infotafel im Kalltal.

Von September 1944 bis März '45 tobte in der Nordeifel die längste Schlacht, die je auf deutschem Boden stattfand. Zehntausende deutscher und amerikanischer Soldaten wurden getötet oder verwundet, die Dörfer vollends zerstört. Seit 2004 erinnert die Konejung Stiftung: Kultur mit einer literarischen und historischen Zeitreise an diese vergessene Schlacht, die beispielhaft die Sinnlosigkeit des Krieges demonstriert.

Begleitet vom Künstler Achim Konejung beginnt die Busfahrt als rollendes Hörspiel durch die dunklen Wälder des Hürtgenwaldes, wobei die strategischen Ereignisse ebenso im Mittelpunkt stehen wie der Bau des Westwalls, die Lebensumstände der einfachen Soldaten und die Situation der Zwangsarbeiter. Zu hören sind Tondokumente wie die Reden von Churchill oder Thomas Mann sowie Propagandasongs und Schlager der 40er Jahre.

Höhepunkt ist die Wanderung durch das Kalltal mit Lesungen der Schauspieler Joachim Pukaß (Berlin) und Mario Buletta (Hamburg), die Texte von Ernest Hemingway, Kurt Vonnegut, Heinrich Böll und anderen vortragen. Nach einer Mittagspause endet die Reise mit dem Besuch des Hürtgenwald-Museums.

 
 
 
Im Hürtgenwald
 
 

Samstag 28. Oktober, Sonntag 29. Oktober und Mittwoch, 1. November 2006.
Abfahrt 10:00 ab HBF Düren, ZOB/ HBF. Rückkehr dort gegen 18:00.

Reservierung: (erforderlich):
Bücher an der Burg, Nideggen. Tel: (02427) 90 20 96.
Teilnahmegebühr: 22,- Euro

Konejung Stiftung: Kultur,
Amandusstr. 8,
52391 Vettweiß,
Tel: (02424) 202 346, Fax: (02424) 202 347,
Email: info@konejung-stiftung.de

Änderungen vorbehalten.

   
 
  Hürtgenwald - Dokumentarfilm
  - Sonderprojekt -
 
 

Seit November 2005 dreht ein Team mit dem Dokumentarfilmer Aribert Weis sowie Jürgen Teves, Achim Konejung und weiteren Mitarbeitern im Kreis Düren Dokumentaraufnahmen für einen Film über die Schlacht im Hürtgenwald und seine Folgen. Der Film soll - neben einer Fernsehausstrahlung - vor allem Schulen als Unterrichtsstoff zur Verfügung gestellt werden.

Thematisch behandelt die Dokumentation den Zeitraum 1936 bis 1947, also vom Beginn des Baus des Westwalls über den Aufmarsch 1940 (Westfeldzug); über die Kämpfe im Herbst 1944 bis zum großen Brand 1947 und dem Wiederaufbau.

     
Filmteam    
 
Unterstützt werden die Dreharbeiten von der Konejung Stiftung: Kultur, die 2004 zusammen mit dem Kreis Düren, der Gemeinde Hürtgenwald und dem Geschichtsverein Hürtgenwald die Gedenkfeierlichkeiten zum 60. Jahrestag veranstaltete und mit Ihrer Fahrt in die Vergangenheit weiterhin einen Beitrag zur Geschichtsaufarbeitung liefert.

Für den Film sucht die Konejung Stiftung: Kultur noch Zeitzeugen, die z.B. Evakuierung und Rückkehr, die Kämpfe oder die Löscharbeiten miterlebt haben. Auch Film- und Fotomaterial ist willkommen. Interessenten mögen sich bitte schriftlich wenden an:

Konejung Stiftung: Kultur
Amandusstr. 8
52391 Vettweiß
Tel: (02424) 202 346, Fax: (02424) 202 347,
Email: info@konejung-stiftung.de

   
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       Projekte 2005
   
 
  Fahrt in die Vergangenheit:
  Hürtgenwald und der lange Krieg im Westen 1944-1945
  Publikum und Presse waren von der ungewöhnlichen Umsetzung beeindruckt. Nach dem großen Erfolg
und der enormen Nachfrage im vorigen Herbst bietet die Konejung Stiftung: Kultur erneut ihre literarische
und historische Zeitreise durch die Nordeifel an.
   
  In diesem Jahr findet die "epische Reise zu den dunklen Seiten unserer Geschichte" in Zusammenarbeit mit dem
NS Dokumentationszentrum Köln statt, das zum 60. Jahrestag des Kriegsendes ab März eine halbjährige
Veranstaltungsreihe in Köln und Umland durchführt.

Begleitet vom Künstler Achim Konejung beginnt die Busfahrt als rollendes Hörspiel durch die dunklen Wälder
des Hürtgenwaldes, wobei die strategischen Ereignisse dieser schwersten Kämpfe im Westen ebenso im Mittelpunkt
stehen wie der Bau des Westwalls, die Lebensumstände der einfachen Soldaten und die Situation der Zwangsarbeiter.
Zu hören sind außerdem Radioprogramme aus den 40er Jahren mit Ansprachen von Winston Churchill und Thomas
Mann, Propagandasongs sowie zeitgenössische Schlager beider Seiten.

Höhepunkt der Fahrt ist die Wanderung durch das Kalltal mit Lesungen der Schauspieler Joachim Pukaß (Berlin) und
Mario Buletta (Hamburg), die Texte von Ernest Hemingway, Kurt Vonnegut, Heinrich Böll und anderen vortragen.
Nach einer Mittagspause an der Mestrenger Mühle endet die Reise mit der Vorstellung neu entdeckter Texte zum
Kriegsende und dem Besuch des Hürtgenwald-Museums.

Wetterfeste Kleidung und festes Schuhwerk werden empfohlen!

Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl ist eine Reservierung unbedingt erforderlich!
(02424- 202 346) Teilnahmegebühr: 22,- Euro

 
Samstag, 19. März und Sonntag, 20. März 2005
Samstag 29. Oktober, Sonntag 30. Oktober und Dienstag, 1. November 2005
Abfahrt 10.00 ab HBF Düren, ZOB. Rückkehr dort gegen 18.00.
 
  Lesung zum Kriegsende vor 60 Jahren
  Matinee
  Sonntag, 8. Mai. Burg Nideggen, Rittersaal. Beginn 11 Uhr, Eintritt 3,- Euro
Vorverkauf: Bücher an der Burg, Nideggen, 0 24 27 - 90 20 96.

Veranstaltet von der Konejung Stiftung: Kultur in Zusammenarbeit mit dem Kreis Düren.

Zusammengestellt von Künstler Achim Konejung entsteht aus Tagebuchaufzeichnungen, Feldpostbriefen, Romanauszügen,
amtlichen Dokumenten und anderen Fundstücken ein eindrucksvolles Bild der letzten Tage des Zweiten Weltkriegs.

Vorgetragen werden die Texte von:

Jeannette Gräfin Beissel von Gymnich, Romanautorin und Hausherrin der Burg Satzvey.

Gisela Keiner, die lange Jahre als Schauspielerin an deutschen Bühnen engagiert war und sich besonders für die Kultur
in unserer Region einsetzt.

Dr. David Eisermann, Journalist und Moderator der Kultursendung "Mosaik" auf WDR 3, Vorsitzender des Beirats der Stiftung.

Joachim Pukaß, langjähriger Sprecher bei ARD und ZDF, der auch bei der "Fahrt in die Vergangenheit" einen wichtigen
Part übernahm.

Dr. Horst Wallraff, Historiker ("Der Nationalsozialismus in den Kreisen Düren und Jülich") und diesjähriger Träger des
"Horst- Konejung- Preises".

Achim Konejung, Künstler und Vorstand der Konejung Stiftung: Kultur.

   
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  Fahrt in die Vergangenheit EXTRA
  "Als die Eifel preußisch wurde - Napoleons Ende bei Waterloo"
  Fahrt in die Vergangenheit zum historischen Ort einer Zeitenwende

Vor 190 Jahren endete auf einem kleinen Feld bei Brüssel die napoleonische Ära und das Zeitalter der Restauration
legte sich bleiern über Europa. Den Namen für diese Schlacht, die das Gesicht des Kontinents auf fast genau hundert
Jahre bestimmte, gab der kleine Ort Waterloo vor den Toren Brüssels.

Seit jenem Sonntag im Juni 1815 haben Schriftsteller, Maler und Historiker sich immer wieder mit diesem schicksalhaften
Ort beschäftigt, sind Legenden entstanden, widerlegt worden und wieder auferstanden.

Unzählige Aussagen sind uns erhalten worden, von Wellingtons dramatischen "Ich wollte es wäre nacht oder die
Preussen kämen., bis hin zu Cambronnes drastischem, das Grauen des Krieges und der Niederlage wohl am treffendsten
beschriebenen Ausruf "Merde!"

Mit dem bewährten Team der Hürtgenwald Fahrt, Achim Konejung, Joachim Pukaß und Mario Buletta, bietet die
Konejung Stiftung Kultur dieses Jahr ein besonderes Ereignis an: eine Tagesreise zu dem heute noch erhaltenem
Schlachtfeld, auf dem Texte großer Autoren der Weltliteratur, die sich allesamt mit diesem historischen Ereignis
auseinandergesetzt haben, am Original Schauplatz vorgetragen werden: Victor Hugo, Lord Byron, Christian Dietrich
Grabbe, Stendhal, Stefan Zweig und: Karl May.

Mit im Programm ist der Besuch der wichtigsten Stätten und Museen sowie eine Einkehr auf dem Mont Saint Jean.

Termin. Sonntag, 5. Juni 2005

Abfahrt: 7:30 Uhr am ZOB Düren mit Luxuslinerbus, Rückkehr gegen 22 Uhr.

Preis: 44,- Euro

Reservierung (umgehend empfohlen, da sehr begrenzte Teilnehmer zahl) 02424 - 202 346.

 
  Mordsommernacht
  Das Eifel - Krimi Event auf Burg Nideggen
Freitag, 1. Juli 2005, 20 Uhr. (Einlass 19 Uhr)
Samstag, 2. Juli 2005, 20 Uhr,. (Einlass 19 Uhr)
  Nach dem großen Erfolg im letzten Sommer gibt es dieses Jahr gleich zwei Lese- Abende der Extraklasse in Gruselambiente.
Vom Burggraben über das Verließ und dem Dachboden des Burgfrieds werden die unterschiedlichsten Orte der Burg bespielt.
Zum Abschluss lesen die Autoren im Burghof absurde Alltagskrimis aus den regionalen Polizeireporten.
Für passende Getränke und Snacks sorgt die Burggastronomie. Mit dabei sind:

Jacques Berndorf, geb. 1936. Der "Eifel-Krimi Guru" ("Die ZEIT"), der sich zum meistgelesenen deutschsprachigen
Krimiautor entwickelt hat, war mit "Eifel-Träume" monatelang in den Bestsellerlisten. Jetzt hat er für alle Fans seines
Eifeler Ermittlers "Siggi Baumeister" im KBV Verlag einige seit langem vergriffene Klassiker auflegen lassen.

Carola Clasen, geb. 1950. Ihre Stärke ist ihr tiefschwarzer Humor, der auch ihren zahlreichen Kurzgeschichten die
entsprechende Würze verleiht. Im vorigen Jahr trieb sie mit "Auszeit" ihr Unwesen im neu gegründeten Nationalpark Eifel.
Hier ließ sie einen Meuchelmörder brutal zuschlagen.

Ralf Kramp, geb. 1963. Lebt als Autor und Karikaturist in der Eifel und ist Leiter des KBV Verlags. Sein jüngster Roman
"Ein kaltes Haus" wurde von Kritikern wie Lesern gleichermaßen hochgelobt. Außerdem veranstaltet er unter dem Titel
"Blutspur" Krimi-Wochenenden zum mitrecherchieren, erstmals in diesem Jahr auch in der Rureifel.

Hubert vom Venn, geb. 1953. Als Kabarettist und Autor in der Eifel bekannt wie ein bunter Hund. Sein neuestes Buch
hat den wunderschönen Titel "Wer stirbt schon gern in Düsseldorf", eine mörderische Politsatire um Landtagswahlen
und rheinischen Separatismus, gewürzt mit traditionellen Ressentiments der Kölner und Eifelaner gegen die Landeshauptstadt.

Achim Konejung, geb. 1957. Kabarettist, Autor und Initiator der Mordsommernacht, ist auch schon mal als Mörder in
TV-Serien aufgefallen ("Balko"). Als Mörderblues-Ein-Mann-Kapelle wird er den Abend moderieren und ihm eine
musikalisch-kriminelle Note geben.

>> Bei schlechtem Wetter findet die Veranstaltung ausschließlich drinnen statt <<

Eintritt 13,- Euro
Kartenvorverkauf: Bücher an der Burg, Nideggen.
Kartenbestellservice: 0 24 27/ 90 20 96

→ www.mordsommernacht.de
Eine Veranstaltung der Konejung Stiftung: Kultur in Zusammenarbeit mit dem Kreis Düren

 
  WELTMEISTER
  Das Beste und das Neueste von und mit

ACHIM KONEJUNG - Kabarett

Freitag, 16. September

  Die deutsche Stimmung ist mal wieder in Schieflage, und während unsere europäischen Nachbarn Urlaub machen,
müssen wir in Brüssel nachsitzen und uns als kranker Mann Europas beschimpfen lassen.

Dabei stehen wir doch super gut da! Wir Deutschen sind immer noch Weltmeister - im Export, im Spenden, im
Frauenfussball - aber auch im Jammern. Einmal die Woche Sabine Christiansen , "Blond Am Sonntag"?
Das hält doch keiner aus!

Achim Konejung gibt es freimütig zu: er wollte auswandern und hat sich deshalb umgeschaut: bei Engländern, Iren,
Franzosen, Belgiern und Italiern. Und festgestellt, das wir auch 60 Jahre nach Kriegsende für die noch immer Hunnen,
Boches und Fritzen sind.

Reumütig lobt Konejung den Standort, denn das muss auch im Kabarett mal gesagt werden: jetzt wird alles besser!
Mit Klinsmann und dem Poltibüro des DFB ziehen wir in eine neue Ära und 2006 werden wir wieder Weltmeister
im eigenen Land.

Und damit das auch so wird, hat Joschka Fischer schon mal die Visa Bestimmungen für ukrainische Schiedsrichter
gelockert. Deutschland rüstet auf und bis zur WM ist alles fertig: das Regierungsviertel in Berlin, der Umbau des
Sozialstaats und die Reform des Dosenpfands.

Um im Sommer 2006 sagt Schröder im ehrwürdigen Berliner Olympiastadion von 1936: "Ihr Völker der Welt, schaut
auf dieses Land!°. Denn der FC Deutschland 06 im "Land der Ideen" wird niemals untergehen.

Achim Konejung, seit fast einem Vierteljahrhundert als Autor, Musiker und Kabarettist auf deutschen Bühnen
unterwegs, hat tief in seinen Satirefundus gegriffen und präsentiert, nebst immergrünen Klassikern, neueste
Witzattacken aus deutschen Landen frisch auf den Tisch.

Burg Nideggen, 20 Uhr. Eintritt 9,- Euro
Vorverkauf: Bücher an der Burg, Nideggen: 0 24 27 - 90 20 96.

→ www.konejung.de
Veranstaltet vom Kreis Düren in Zusammenarbeit mit der Konejung Stiftung: Kultur.

 
  Krieg und Kriegsende in der Nordeifel
  Eine Seminarwoche mit Exkursionen.
10. bis 14. Oktober 2005
  Das Interesse an der Geschichte der Jahre 1939 bis 1945 in der Nordeifel ist, wie die Diskussionen etwa um den Erhalt
des "Westwalls" oder die Zukunft der "Ordensburg Vogelsang" zeigen, nach wie vor sehr hoch. Dies hat unter
anderem damit zu tun, dass dieser Teil der Geschichte erst spät und bis heute ungenügend erforscht ist.

Die Konejung Stiftung: Kultur bietet in Zusammenarbeit mit dem Ökobildungswerk und dem NS- Dokumentationszentrum
eine Seminarwoche an, die anhand von markanten Relikten aus der NS-Zeit einen interessanten Einblick in die Thematik bietet.

Programm:

1. Tag Eintreffen der Teilnehmer, Vorstellung des historischen Orts Simonskall und seiner Vergangenheit. Vortrag von
Dr. Horst Wallraff, Autor des Buches "Der Nationalsozialismus in den Kreisen Düren und Jülich. Nachmittags Wanderung
auf den Pfad des Gedenkens im Kalltal.

2. Tag Burg Vogelsang. Vortrag von Autor F. A. Heinen, Autor des Buches "Vogelsang: Von der NS-Ordensburg zum
Truppenübungsplatz". Nachmittags Führung durch die Anlage.

3. Tag Das NS Dokumentationszentrum Köln und das Museum im El - De Haus. Vortrag, Besuch des Zwangsarbeiter
Friedhofes in Rurberg..

4. Tag Hürtgenwald und der lange Krieg im Westen. Wanderung und Fahrt mit literarischen Texten und Augenzeugenberichten.
Mit Achim Konejung und Schauspielern.

5. Tag Seminarkritik, weiterführende Beschäftigung mit dem Thema, Abreise der Teilnehmer.

Datum: 10. bis 14. Oktober 2005
Ort: Simonskall/Nordeifel

Teilnahmegebühr: 360 EUR. Im Preis enthalten sind Unterkunft im Doppelzimmer, Halbpension sowie alle Exkursionen.
Hinweis: Anmeldung erforderlich (s.u.)
Veranstaltungsart: Wochenseminar, als Bildungsurlaub anerkannt
Veranstalter: Konejung Stiftung: Kultur, in Kooperation mit dem Ökobildungswerk und dem NS-Dokumentationszentrum
der Stadt Köln.

Anmeldung beim Ökobildungswerk, Herwarthstr. 22, 50672 Köln, Telefon 0221/514020, Fax 0221/5101667,
info@oekobildungswerk.de. Kursnummer: Ö99-55

Weitere Informationen bei: Ulla Theisling 0221 - 95294955.

 
  Rursee ahoi!
  Eine literarische Schiffsreise durch die Eifel
  Mit Norbert Alich, Jupp Hammerschmidt , Achim Konejung, Joachim Pukaß, Hubert vom Venn
und den Blechharmonikern
  Am Samstag, 30. Juli 2005, Abfahrt 20 Uhr, Einlass 19.30 Uhr

vom Schwammenauel Damm oberhalb Heimbach, Rückkehr gegen 23.30.

Fahrt- und Eintrittspreis: 20,- Euro

Vorverkauf:
Rursee Schifffahrt, am Anleger und unter 02446 - 479,
Bücher an der Burg 0 24 27 - 90 20 96

Veranstaltet von der Konejung Stiftung: Kultur und der Rursee Schiffahrt GmbH

Vom Schwammenauel Damm geht es im Abendlicht und einer leichten Ahoi - Brise unter den Klängen der
Rurseemannskapelle, dargestellt von den Kölner Blechharmonikern, hinaus auf große Fahrt. Vor Eschauel
steigt Stephensons Schatzinsel aus dem Meer auf und ein harmloser Karpfen mutiert zu Moby Dick.
Das Totenschiff von B. Traven, der 1921 über Simonskall nach Südamerika flüchtete, kreuzt unsere Route
ebenso wie der fliegende Holländer. Mit Seemansliedern und Hans- Albers- Flair besingen Norbert Alich
vom Bonner Pantheon und der Kabarettist Achim Konejung am Schifferklavier die sieben Weltmeere.

Jede Menge literarisches Seemannsgarn spinnen der Spree - Athener Joachim Pukaß und die Zwei aus der Eifel,
Hubert vom Venn und Jupp Hammerschmidt . Auf dem Captain' s Deck gibt es in den Pausen einen maritimen
Imbiß und wenn wir nicht zuviel versprechen, kommt auch noch der Klabautermann!

Zubringerdienst: Von Heimbach- Ort zur Anlegestelle Schwammenauel mit der Rurseebahn der
Rursee Schifffahrt GmbH , sowie zurück.

Heimbach ist erreichbar mit der Rurtalbahn von Düren. Dort Anschluß an DB.

Übernachtung:
Die Rureifel bietet gute Hotels, Informationen erteilt Ihnen gerne die Rureifel Tourismus Zentrale,
Karl-H. Krischer Platz 1, 52396 Heimbach,
0700-34 33 5000, Fax 02446 - 805 79 30

 
  "Bücherbrunch - Literatur für den Eifel- Winter"
 

Sonntag, 27. November Burg Nideggen, 11 Uhr, Eintritt 16,50 Euro (inklusive Buffet)
Vorverkauf: Bücher an der Burg, Nideggen: 0 24 27 - 90 20 96.

Veranstaltet von der Konejung Stiftung: Kultur in Zusammenarbeit mit dem Kreis Düren.

Jahrelang hat die Düsseldorfer Literaturwissenschaftlerin Gabi Rüth zusammen mit Achim Konejung im WDR Hörfunk
Bücher besprochen - jetzt trifft sich das "Literarische Duett" auf Burg Nideggen und bietet eine Matinee für alle, die
Kopf und Magen verwöhnen wollen.

In einem literarisch- kulinarischen Event stellen sie die Bücher des Jahres vor und geben Tipps für belletristische
Geschenke zu Weihnachten und geistige Notrationen für die langen Eifel- Winterabende.

Im Eintrittspreis inbegriffen ist der reichhaltige Adventsbrunch der gepflegten Burggastronomie.

 
  "Elke Heidenreich liest".
 

Die krönende Abschlussveranstaltung unserer diesjährigen Kulturreihe mit der bekannten
Schriftstellerin und Moderatorin der ZDF Sendung "Lesen!"

Freitag, 9. Dezember 2005, Burg Nideggen, 20 Uhr, Eintritt 11,- Euro
Vorverkauf: Bücher an der Burg, Nideggen: 0 24 27 - 90 20 96.

Veranstaltet vom Kreis Düren in Zusammenarbeit mit der Konejung Stiftung: Kultur.

Elke Heidenreichs Sendung "Lesen!" bringt wohl wie keine andere die Literatur zu den Menschen.
Auf Burg Nideggen wird die beliebte Schriftstellerin und Moderatorin aus ihren aktuellen Büchern vorlesen.

 
  Verleihung des Horst-Konejung-Preises
   
 
Der mit 5000,- Euro dotierte Horst- Konejung- Preis wird jährlich an Personen bzw. Institutionen verliehen, die sich im Rahmen
der Stiftungsziele verdient gemacht haben, insbesondere der Aufarbeitung der lokalen Geschichte im europäischen Kontext.

Es ist uns eine besondere Ehre, Herrn Dr. Horst Wallraff als unseren ersten Preisträger vorzustellen. Der aus Düren stammende
und an der Universität Köln tätige Historiker hat mit "Der Nationalsozialismus in den Kreisen Düren und Jülich" ein fundamentales Buch zur Erforschung der Regionalgeschichte in der Zeit des Faschismus geschrieben.
 
  Dr. Horst Wallraff
   
 


Durch seine wissenschaftliche Arbeit hat er eine Grundlage geschaffen, die es vielen Interessierten der Zeitgeschichte, lokalen
Geschichtsinitiativen und Historikern ermöglicht, die neuere Vergangenheit zu erforschen.

Auch sein neues Buch "Vom preußischen Verwaltungsbeamten zum Manager des Kreises" über die Geschichte der Landräte
des Kreises Düren steht in diesem Kontext.

   
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       Projekte 2004
   
  Hürtgenwald – von Krieg zu Frieden 1944 - 2004
  Veranstaltungsreihe anlässlich des 60. Jahrestag der Kämpfe im Hürtgenwald
   
 
   
  Nach der Gedenkfeier und Einweihung der Skulptur am 7. November 2004.
(Von links nach rechts: Mrs. Breen und Col. Breen, US - Botschaft, dahinter Käthe Rolfink, Kulturbeauftragte des
Kreises Düren und Bildhauer Michael Pohlmann. Vorne Schirmherr John Brogan im Gespräch mit Achim Konejung.)
   
  Rede anlässlich der Gedenkfeier "60 Jahre Kämpfe im Hürtgenwald". 7.11.04
von John A. Brogan III, US Generalkonsul a.D., Schirmherr
   
  Sehr geehrte Damen und Herren,

erlauben Sie mir, Sie auf eine Zeitreise zu entführen. Eine Zeitreise 60 Jahre zurück zu einem kalten aber klaren Herbsttag im Jahre 1944.
Leise zeigt sich der Hürtgenwald, idyllisch und von atemberaubender Schönheit. Der erste Frost bedeckt die hügelige Landschaft und gibt
den Anschein unberührter Ruhe. Ein Anschein der so, trügerischer nicht hätte sein können. In diese romantische Idylle stößt die erste
der fünf US Divisionen, mit Ziel den Rhein schnell zu erreichen. Es ist der Beginn einer abscheulichen Schlacht, einer Schlacht un-
vergleichbar an Grauen, unvergleichbar an Leiden und unvergleichbar an Verlusten für beide Seiten.

In Tausenden von Bunkern und Pillboxes liegt verschanzt die Deutsche Verteidigung. Eine Armee, brillant vorbereitet, die die ein-
marschierenden Gegner furchtlos entgegnet. Gewaltige Minenfelder an allen Seiten geben ausreichenden Schutz und die deutschen
Einheiten haben allen Grund sich sicher zu fühlen.

Jede der beiden gegnerischen Seiten führt ein einziges Ziel im Schilde - die komplette und ausnahmslose Ausrottung der Gegenseite.
Ein Vorhaben, das tragischerweise beiden fast gelingt.

Die Soldaten, die den Krieg im Hürtgenwald ausfechten, werden dieses Schlachtfeld später als Todesfabrik in Erinnerung behalten.
So sprechen sie zueinander darüber, so erleben sie die Tage in diesem Tal der Tränen.

September wird zu Oktober und Oktober zu November. Es ist bitterkalt und der anfängliche leichte Schneefall wird dichter und stärker.
Der Boden ist aufgewühlt und entwickelt sich zunehmend von Morast zu unpassierbaren Sumpf. Dichter Nebel erschwert zusätzlich das
Vorankommen und verhindert die Sicht.

Die Soldaten sind geschwächt. Uniformen sind nass und werden nie trocken. Gerätschaften, Tanks und Wagen brechen zusammen und
das Verteidigungssalvo deutscher Gewehre vernichtet eine US Division nach der anderen. Unter diesen unerträglichen Umständen leiden
die Moral und die Kampffähigkeit beider Seiten zusehends. Doch die Schlacht dauert an mit dem Tod als einzigen Gewinner.

Ehe diese sinnlose Schlacht ein Ende finden kann, zählen die Verluste auf deutscher Seite über zwölftausend - auf amerikanischer Seite
gar unglaubliche fünfundfünfzigtausend. Diese Schlacht entwickelt sich für die US Truppen zur längsten Einzelkampagne seit der
"Battle of the Wilderness" im Bürgerkrieg von 1863.

Erschreckende Verluste mehren sich auf beiden Seiten und dann, Anfang November 1944, degeneriert die Kampfweise und wird zu
einem Einzelgefecht, Mann gegen Mann, Hand gegen Hand. Das Gemetzel verwandelt das Schlachtfeld in einen höllenhaften Albtraum.
Ernest Hemingway berichtet von einem Regimentskommandeur, der zusammenbricht als er ihm das Szenario schildert: Seine Kompanie
ist zu fünfzig Prozent dezimiert, zwei weitere gar hundertprozentig. Schützen, die es schaffen drei Tage zu überleben gelten bereits als
Veteranen und solche, die ihre gefallenen Kameraden ersetzen, sterben oft bevor sie den Namen der ihnen zugewiesenen Einheit erfahren.

Die Dörfer, die uns umgeben - Vossenack, Gey, Grosshau, Kleinhau, Simonskall, Hürtgen und weitere wechseln mehrfach die Seiten, als
sie besiegt und dann wieder neu eingenommen werden. Ein einziger Vormarsch der US Neunten Division kostet 3.836 Leben für eine
eingenommene Fläche von 2.700 Metern - Das rechnet sich so: Mehr als ein Mann Verlust für einen einzelnen Meter.

Unmöglich rationale Worte zu finden, um das ungestüme Töten, das tobende Auslöschen von Leben zu beschreiben. Es ist ein gott-
verlassenes Fleckchen deutscher Erde, erfüllt vom Nachhall berstender Explosionen. Erfüllt auch vom Widerhall von Todesschreien und
gebadet in Blut. Und dann, im Moment größter Not, in der dunkelsten Stunde, dann wenn nur noch Verzweiflung herrscht, zeigt sich,
dass dieser Ort größter Misere nicht von Gott verlassen ist. Denn jetzt geschieht ein unfassbares Wunder. Plötzlich ist es still und in diese
eingetretene Stille taucht ein Mann auf, dessen Wirken ein unvergessliches Teil gemeinsamer Kriegsgeschichte wird.

Sechzig Jahre sind es her und an diesem Tag betritt ein nobler und heldenhafter deutscher Militärarzt mit seinen Sanitätern langsam das
Schlachtfeld. Hauptmann Günther Stüttgen traut sich hervor, um die Toten zu bergen und den Verletzten zu helfen. Und zwar ohne zu
unterscheiden, ob amerikanisch oder deutsch und erwirkt ein De-facto-Waffenstillstand, der den Tod für drei unvergessliche Tage besiegt.
Und in diesen drei Tagen geschehen weitere Wunder. So verlieren die großen Generäle beider Seiten die Kontrolle über ihre Einheiten und
die Menschen, die diese Einheiten bilden, tauschen sich aus, teilen Zigaretten und Kaffee und ein wenig menschliche Wärme.
Die berüchtigte Todesfabrik wird für diese drei Tage ein Ort von Anstand, Würde und praktizierter Nächstenliebe.

Der Mut und sein Anstand werden immer geehrt werden - nicht nur dann, wenn ehemalige Soldaten, die hier kämpften, sich treffen. Auch
für uns Amerikaner ist Hauptmann Stüttgen, sowohl Vorbild wie auch Sinnbild des Helden. Ja, wir sprechen sogar von ihm als American Hero.

Meine Damen und Herren, wir sind an diesem Tag des Heilens zusammengekommen, um zu danken. Als erstes gilt mein Dank der
großzügigen Initiative der Konejung Stiftung. Besonders möchte ich Herrn Achim Konejung danken, für seinen aufrichtigen deutsch-
amerikanischen Patriotismus.

Diese Feier soll weder dazu dienen, ein historisches Urteil zu fällen. Noch soll über die Heldendtaten der bekannten Generäle gefolgert werden.
Der heutige Tag soll im Gegenteil all die jungen Männer ehren, die in diesem Wald unter den grauenhaftesten Bedingungen kämpfen mussten
und gefallen sind. Tragischerweise endete ihr Leben, bevor es begann. Sie alle sind meine Kameraden und sie alle sind auch die Ihrigen.

Ich fordere alle jungen Männer und Frauen auf: Folgen Sie meinem Beispiel und wandern Sie durch die Gräberreihen im Soldatenfriedhof in
Vossenack. Vorbei an den Gräbern der jungen Männer, wovon manche kaum dem Kindesalter entwachsen, vorbei an den Gräbern der
Namenlosen, deren Identität nur Gott alleine kennt. Und beten Sie für ihren ewigen Frieden.
Sie werden hier keine amerikanischen Gräber finden, denn unsere Boys wurden auf der anderen Seite der Grenze, in Belgien und Frankreich
beerdigt. Schließen Sie sie bitte auch ein in Ihre Gebete. Das letzte Gericht eines barmherzigen Gottes wird sie alle für ihre Opfer belohnen.
Allen, ob deutsche oder Amerikaner, ist eines gemeinsam. Alle waren pflichtbewusste Soldaten.

Und jetzt, zum Ende dieser Gedenkfeier habe ich noch eine Bitte. Mögen doch bitte alle alten Veteranen hervortreten. Kommen Sie zu mir
und reichen mir die Hand in Freundschaft. In diesen abendlichen Stunden unseres Lebens ist der Zeitpunkt gekommen, um Wunden zu
heilen und um unsere deutsch-amerikanische Freundschaft fruchten zu lassen. Möge unser aller Gott uns davor bewahren, je wieder einen
Krieg miterleben zu müssen.

   
  HUMANITÄRE BEZIEHUNG UNTER SOLDATEN BEIDER FRONTEN AN DER
MESTRENGER MÜHLE
   
  Von Heinz Münster Kompanie-Chef der 14. Infanterie Regimentes 1056
Vorgetragen von Joachim Pukaß
   
  In diesem Abschnitt entbrannte ein Dschungelkampf, bei dem ein normaler Frontverlauf schwerlich zu erkennen war. Freund und
Feind lagen sich auf engstem Raum gegenüber und kämpften verbissen Mann gegen Mann. Die Verluste waren auf beiden Seiten
erheblich. Der Nachschub an Menschen und Material, sowie an Versorgung von Verwundeten war in dem schwer zugänglichen
Gelände für beide Seiten nahezu unmöglich geworden. Hilferufe aus diesem Kampfgebiet ließen Schlimmes erahnen.

In dieser Situation entschloss sich Dr. Stüttgen, durch unmittelbare Verhandlungen mit dem Gegner eine Feuerpause zu vereinbaren,
damit beide Seiten Verwundete versorgen und die Gefallenen bergen konnten. Auch von unserer Kompanie waren Panzer- Zerstörtrupps
bei der Mühle im Einsatz; ein Grund für mich, bei der Aktion dabei zu sein. Wir hatten vom Regimentskommandeur 1056, Oberst Rösler,
den Auftrag, einem amerikanischen Offizier freies Geleit zu unserem Regimentsgefechtsstand anzubieten. Es sollten zukünftige Aktionen
auf Kommandeursebene vereinbart werden, damit auch der Gegner von der Ernsthaftigkeit unseres Vorhabens überzeugt sein sollte.

Die Aktion lief dann wie folgt ab: Dr. Stüttgen und ein Sanitäter, kenntlich gemacht durch Rote-Kreuz-Transparente auf der Brust und
Rücken, ich selbst mit weißer Armbinde und unbewaffnet, marschierten vom Gefechtsstand Gerstenhof durch das Waldgebiet in
Richtung Mestrenger Mühle. Wie beabsichtigt, liefen wir bei den amerikanischen Stellungen auf, Die Amis waren überrascht und
hielten uns vorsichtshalber erst einmal ihre Maschinenpistole unter die Nase. Nach kurzem Wortwechsel erschien ihr Einsatzführer,
der uns aufgeschlossen in deutscher Sprache begrüßte. Er war sofort bereit, unser Vorhaben auf unserem Gefechtsstand in der
Mühle näher zu erörtern.

Die Lage war trostloser als wir vermutet hatten. Zwischen verlassenen und abgeschossenen Panzern lagen Verwundete und Gefallene
von beiden Seiten. Freund und Feind hockten völlig durchnässt, ausgehungert und deprimiert in ihren Erdlöchern.

jetzt schwiegen die Waffen und jede Seite war dabei" ihre Verwundeten und Gefallenen zu bergen. Zum Missfallen der Amis turnten
unsere Landser hemmungslos in den Sherman-Panzern herum, um Verpflegung und Zigaretten zu organisieren.

Als wir unsern Gast mit verbundenen Augen zur Mühle führten, wurden wir urplötzlich von der feindlichen Artillerie durch massives
Feuer eingedeckt. Fluchtartig suchten wir Schutz im Keller der Mühle, der auch Zufluchtsort unserer Verwundeten war. Alle lagen wir
flach und unsere Landser nahmen die Anwesenheit eines amerikanischen Offiziers grinsend und nicht ohne Schadenfreude zur Kenntnis.

Ein Telefonat mit Oberst Rösler brachte nun eine Wende um 180'. Wir vernahmen, dass der Ami von Vossenack zum Angriff angetreten
war. Ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem unserer Artillerie wegen unserer Aktion eine Zwangsfeuerpause auferlegt war.

Unsere so gut gemeinte Aktion mussten wir sofort abbrechen, damit unser Regiment wieder uneingeschränkt aktionsfähig sein konnte.
Der amerikanische Offizier verabschiedete sich trotzdem mit Shake Hands und dem freundlichen Hinweis: Hoffentlich sehen wir uns
einmal wieder und wenn möglich natürlich unter weniger kriegerischen Umständen.

Der Traum und die Wirklichkeit einer fairen zwischenmenschlichen Beziehung unter Frontsoldaten war vorbei. Wir waren glücklich,
den kämpfenden Soldaten über die Fronten hinweg in großer Not humanitären Beistand geleistet zu haben.

   
  Aus James Gavin: "On to Berlin"
   
  Vorgelesen von Joachim Pukaß, Berlin
   
  Ich ging den Weg zu Fuß weiter. Mit dem Jeep war kein Durchkommen, da er mit Wrackteilen von umgestürzten Wagen und
verlassenen Panzern übersät war. Die ersten Panzer, die versucht hatten, durchzukommen, waren offensichtlich abgerutscht
und aus der Spur geraten. In manchen Fällen hatte man sie beiseite geschoben, und sie waren zwischen den Bäumen den
Abhang herunterstürzt. Von da, wo der Weg beginnt, außerhalb von Vossenack, bis zum Grund der Schlucht, zählten wir
vier verlassene Schützenpanzer und fünf beschädigte und aufgegebene Panzer. Darüber hinaus lagen zu beiden Seiten des
Weges viele, viele Tote, deren Leichen nun aus dem Winterschnee wieder auftauchten. Diese von Wundbrand gezeichneten,
entstellten und zerfetzten Körper waren starr und wirkten geradezu grotesk. Manche hatten die Arme zum Himmel erhoben,
als flehten sie um Hilfe. Sie trugen den roten Keystone der 28. Infanteriedivision, "The Bloody Bucket". Offensichtlich hatten
sie im vergangenen Herbst hier gekämpft, kurz vor den ersten schweren Schneefällen.

Ich folgte dem Weg etwa zwei Kilometer bis zum Grund der Schlucht. Dort musste man einen reißenden etwa zwei Meter
breiten Bergbach überqueren. Eine Steinbrücke, die darüber geführt hatte, war zerstört worden. Nur ein paar Bretter führten
über die steinernen Bögen, über die die Soldaten nur einzeln gehen konnten. In der Nähe lagen Dutzende von Tragbahren,
die Körper darauf waren schon lange tot. Offensichtlich hatte es unweit des Baches ein Lazarett gegeben, das man mitten in
der Schlacht aufgegeben hatte, so dass viele Männer auf ihren Bahren sterben mussten. Zur Rechten, etwa vierzig Meter
entfernt, begann eine asphaltierte Straße. Davor lagen etwa sechs amerikanische Panzerabwehrminen. Auf dieser Seite des
Minenfeldes zählte ich drei oder vier amerikanische Soldaten, die allem Anschein nach die Minen ausgelegt hatten, als sie
getroffen wurden. Hinter den amerikanischen Minen, etwa vier Meter entfernt, lag das deutsche Minenfeld und dahinter
drei oder vier tote Deutsche - ein dramatisches Beispiel dafür, wie die Kämpfe in Hürtgen verlaufen sein mussten: heftig,
grausam, Mann gegen Mann.

Auf der anderen Seite der Schlucht kletterte ich wieder hinauf. Man musste ungeheuer aufpassen, denn der Pfad war nicht
von Minen geräumt worden. Ich vermutete, dass die Wälder dicht vermint waren und wagte mich nicht mal an den Rand des
Pfades. Je höher wir kamen, umso deutlicher sprachen die Trümmer von einem erbitterten Kampf. Überall lagen Leichen, ein
oder zwei Panzerabwehrgeschütze, zerstörte Jeeps und weggeworfene Waffen. Ganz oben mündete der Pfad in eine große
Lichtung. Ein paar Kilometer entfernt konnten wir die kleine Stadt Kommerscheidt sehen. Bislang waren wir noch nicht von
Deutschen angegriffen worden, aber ich wusste, dass sie sich in Kommerscheidt und der dahinter liegenden Stadt Schmidt
befanden. Die Sonne würde bald untergehen, und ich hatte es eilig, zurück auf die andere Seite des Tals zu kommen, bevor
es dunkel wurde. Als sich die Dämmerung über die Schlucht senkte, hatte ich eine gespenstische Szene vor mir, wie aus den
tiefsten Kreisen von Dantes Inferno. Und wie um den Schrecken noch zu verstärken, erklang jetzt in einiger Entfernung eine
klagende Stimme aus dem Wald.
 
  Hürtgen ’44 – Fahrt in die Vergangenheit – als rollendes Hörspiel
   
  Eine epische Reise zu den dunklen Seiten unserer Geschichte
mit Lesungen, Performances und Multimedia 23./24. Oktober 2004 sowie 30. /31. Oktober 2004
   
  Begleitet von Autor Achim Konejung (Konejung Stiftung: Kultur) beginnt die Busfahrt als rollendes Hörspiel
mit einer Zeitreise durch die dunklen Wälder der Nordeifel.
Nicht nur die strategischen Ereignisse des Herbstes 1944 stehen im Mittelpunkt, sondern auch der Bau des Westwalls,
die Situation der Zwangsarbeiter in der Eifel und die Lebensumstände der einfachen Soldaten.
   
  Original Radioprogramme der 40er Jahre
  Zwischen den einzelnen Stationen wird die Fahrt von Original Radioprogrammen der 40er Jahre begleitet,
mit Ansprachen von Churchill bis Göbbels, Propagandasongs sowie zeitgenössische Schlager von Marlene Dietrich
bis Zarah Leander.
   
  Höhepunkt der Fahrt ist die Wanderung
  durch das Kalltal mit Lesungen der Schauspieler J. Pukaß (Berlin) und M. Buletta (Hamburg), die Texte von
Hemingway, Kurt Vonnegut, Heinrich Böll u. a. vortragen.

Nach einer Pause an der Mestrenger Mühle endet der Tag mit einem Aufstieg über den Kalltrail nach Vossenack
und mit dem Besuch des Hürtgenwald-Museums.
   
 
„Huertgen ´44“ wird in deutsch und englisch vorgetragen.
Wetterfeste Kleidung und festes Schuhwerk werden empfohlen.
Dauer: 8 Stunden.
 
Termin:
Am Samstag, 23. und Sonntag 24. Oktober 2004,
sowie am Samstag, 30. Und Sonntag 31. Oktober 2004.
 
Abfahrt: 10.00 Uhr Hbf Düren. Zustieg nach Absprache.

Begrenzte Teilnehmerzahl, nur mit Reservierung. (Telefon: 02424 - 20 23 46)

Projekt der Konejung Stiftung: Kultur in Zusammenarbeit mit dem
Geschichtsverein Hürtgenwald e.V.
     Kleinhau
   
  Fenster zur Vergangenheit
   
  Fotos aus dem Nachlass des Autors Adolf Hohenstein („Hölle im Hürtgenwald“)
werden auf einem Rundkurs an ihren Original - Aufnahmeorten aufgestellt
   
  Die Fotos sind auf 2,60 m x 3,60 m vergrößert und bieten dem Betrachter einen Blick zurück in die Zeit vor sechzig Jahren,
als die Dörfer und Wälder der Nordeifel durch den Krieg zur Unkenntlichkeit verwüstet waren.
   
 
US-Soldaten in Hürtgen Hürtgen Minenfeld "Wilde Sau"
   
   
  Standorte
   
 
1. Vossenack-Museum
2. Vossenack-Kirche
3. Vossenack-Germeter, „Hotel Altes Forsthaus“
4. Soldatenfriedhof-Hürtgen
5. Hürtgen-Kirche
6. Kleinhau, Abzweig nach Nideggen
7. Großhau-Kirche
8. Gey-Ortsmitte
9. Bergstein-Parkplatz Burgberg
10. Soldatenfriedhof Vossenack
11. Simonskall, Weg zur Mestrenger Mühle
12. Kalltal, Panoramastraße, Parkplatz
13. Mestrenger Mühle
   
   
   
  Ein Projekt der Konejung Stiftung: Kultur in Zusammenarbeit mit dem Geschichtsverein Hürtgenwald e.V.
   
   
 
Gemeinschaftsprojekt des Geschichtsvereins Hürtgenwald e. V
und der Konejung Stiftung: Kultur
mit Unterstützung der Gemeinde Hürtgenwald
und des Kreises Düren
 
Schirmherren:
John A. Brogan, ehemaliger US - Generalkonsul
und Veteran des II. Weltkrieges


Wolfgang Spelthahn, Landrat des Kreises Düren


Finanziell unterstützt durch die:


Kultur- und Naturstiftung der Sparkasse Düren
   
Grußwort des Kreises Düren, der Gemeinde Hürtgenwald
und der Schirmherren Generalkonsul AD John Brogan
und Landart Wolfgang Spelthahn

Zum 60. Mal jährt sich in 2004 ein trauriges Kapitel der deutschen Vergangenheit, das auch unsere Region auf fürchterliche Weise heimgesucht hat - die erbitterten Kämpfe im Hürtgenwald. Zur Erinnerung an diese Zeit ist ein vielfältiges Programm erstellt worden.

Niemand kann die schlimmen Ereignisse ungeschehen machen. Um so wichtiger ist es aber, den Wert des Friedens bei allen sich bietenden Gelegenheiten zu unterstreichen. Wir heißen alle Gäste aus nah und fern im Kreis Düren herzlich willkommen.

Zum Auftakt der Vergangenheitsreihe führt der diesjährige 21. „Internationale Hürtgenwaldmarsch“ seine Teilnehmer aus verschiedenen Nationen durch den Hürtgenwald. Einbezogen in das Veranstaltungsprogramm ist ebenso das in Vossenack gelegene Museum, das seine Besucher über die schlimmen Kampfhandlungen umfassend und anschaulich informiert.
   
Ergänzt wurden rund um das Thema „Hürtgenwald - Von Krieg zu Frieden“ weitere herausragende und historisch höchst interessante Projekte, wie beispielsweise moderierte Geschichts-Fahrten durch die Region oder die „Fenster zur Vergangenheit“, die im gesamten Kreisgebiet offen stehen.

Allen Veranstaltungen wünschen wir den erhofften Erfolg und bedanken uns bei all´ denjenigen, die die Durchführung durch ihre aktive Mitarbeit oder durch anderweitige Unterstützung ermöglichen.

Düren, im April 2004
   
Wolfgang Spelthahn
Landrat des Kreises Düren
Käthe Rolfink
Vorsitzende des Kreiskulturausschusses
   
John A. Brogan
Ehem. US-Generalkonsul
Axel Buch
Bürgermeister Hürtgenwald
   
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  Programm der Gedenkwochen
  von Oktober bis Dezember 2004
   
  Sa - 09. Oktober 2004
  21. Internationaler Hürtgenwaldmarsch
  veranstaltet durch den Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V. Köln/Aachen,
die Reservistenkameradschaft Hürtgenwald sowie durch das Verteidigungsbezirkskommando 31 Köln.
   
  Mo - 11. bis Fr - 15. Oktober 2004
  Schulprojektwoche
  veranstaltet von Geschichtsverein und Konejung Stiftung: Kultur
   
  Sa - 23. und So - 24. Oktober 2004
  Busfahrt: „Hürtgen ’44” - Fahrt in die Vergangenheit“
  Veranstalter: Konejung Stiftung: Kultur.
Dauer: 8 Stunden.
Treffpunkt: Hbf Düren um 10.00 Uhr.
Kosten: 22 Euro Reservierung
(siehe Projekte 2004)
   
  Sa - 30. Oktober 2004
  Der Sanitätsbunker in Simonskall
  Der einzige erhaltene Sanitätsbunker im Bereich des nördlichen Westwalls. Führung zu Kampfbunkern
im Bereich Simonskall durch den Geschichtsverein.
Führung: Richard Lüssem, Manfred Klinkenberg
Treffpunkt: Bunker Simonskall ab 11.00 Uhr, Kosten: 2,- Euro
   
  Sa - 30. und So - 31. Oktober 200
  Busfahrt: „Hürtgen ’44 - Fahrt in die Vergangenheit“
  Veranstalter: Konejung Stiftung: Kultur.
Dauer: 8 Stunden.
Treffpunkt: Hbf Düren um 10.00 Uhr.
Kosten: 22,- Euro Reservierung
(siehe Projekte 2004)
   
  Mo - 01. November 2004
  Vortrag: „V1- Einsatz in der Nordeifel“
  Referent: Detlev Paul
Treffpunkt: Aula der Hauptschule Kleinhau,
19.30 Uhr. Kosten: 3,- Euro
   
  Di - 02. November 2004
  Vor 60 Jahren: Beginn der „Allerseelenschlacht“
  Weg des 112. (US) InfReg der 28. (US) InfDiv von den Bereitstellungsräumen im Wehebachtal durch Vossenack,
über den Kall-Trail und die Kallbrücke bis nach Kommerscheidt. Weglänge: 9 km. Rückfahrt mit Pendelbus.
Führung: B. Henkelmann
Treffpunkt: Parkplatz „Hotel „Altes Forsthaus“,
14.00 Uhr. Kosten: 2,- Euro
   
  Mi - 03. November 2004
  Spurensuche: Der Westwall
  Strategische Planung und Bau, Wirkung bei den Kämpfen, Zerstörung und Erhaltung. Was blieb nach 60 Jahren?
Dia-Vortrag von Hans-Josef Hansen und Daniel Lois
Treffpunkt: Aula der Hauptschule Kleinhau,
Beginn: 19.30 Uhr. Kosten: 3,- Euro
   
  Do - 04. November 2004
  Weg des 112. (US) InfReg der 28. (US)
  InfDiv von den Bereitstellungsräumen im Wehebachtal durch Vossenack, über den Kall-Trail und die Kallbrücke
bis nach Kommerscheidt. Weglänge: 9 km.
Führung: B. Henkelmann
Rückfahrt mit Pendelbus.
Treffpunkt: Parkplatz „Hotel „Altes Forsthaus“,
Beginn: 14.00 Uhr. Kosten: 2,- Euro
   
  Fr - 05. November 2004
  Die Amerikaner im Hürtgenwald
  Lichtbildervortrag nach Hohenstein von
Dieter Heckmann, Geschichtsverein
Treffpunkt: Aula der Hauptschule Kleinhau:
Beginn: 19.30 Uhr. Kosten: 3,- Euro
   
  Sa - 06. November 2004
  Ausstellung von historischen Geräten u. a. des Remember-Museums, Clermont (belg.) am Museum
  Führung: M. Smet, B. Henkelmann, R. Lüssem
Beginn: ab 11.00 Uhr
   
  Podiumsgespräch der Konejung Stiftung, Burg Nideggen
 

"Deutschland - USA, A Time for healing?"
Podiumsdiskussion auf Burg Nideggen zum aktuellen Stand der deutsch-amerikanischen Beziehungen und dem Umgang
mit der Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg. Mit deutschen und amerikanischen Teilnehmern. U.a. John Brogan, ehemaliger
US Generalkonsul und Schirmherr der Veranstaltung Hürtgenwald von Krieg zu Frieden, einem Vertrerter der Amerikanischen
Botschaft in Berlin u.a.
Beginn: 20.00 Uhr. Eintritt frei

   
  So - 07. November 2004
  „A time for Healing“ - Zentrale Gendenkveranstaltung und Einweihung der Skulptur an der Kallbrücke.
  In der Schlacht um das Kalltal erwirkte am 07.11.1944 der deutsche Stabsarzt Dr. Stüttgen einen inoffiziellen Waffenstillstand
mit den Amerikaner an der Kallbrücke, um Verwundete zu bergen und Verbandsmaterial auszutauschen. Dieser ungewöhnliche
und menschliche Akt mitten in der Hölle des Krieges ist Mittelpunkt der zentralen Gedenkfeier. Nach einer ökumenischen Feier
und einem kurzem Konzert folgt die Einweihung einer Skulptur. an der Kallbrücke.
Ort: Mestrenger Mühle, Zeit 15.00
   
  So - 14. November 2004
  Gedenkfeier anlässlich des Volkstrauertages auf dem Soldatenfriedhof Hürtgen
  veranstaltet vom Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge
Beginn: 11.00 Uhr
   
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       Gedenkskulptur "A Time for Healing"
   
 
  Infotafel und Gedenkskulptur im Kalltal, Gemeinde Hürtgenwald- Simonskall:
   
  Am 7. November 2004 wurde unter großer Anteilnahme die Gedenkskulptur "A Time for Healing" des Bildhauers Michael Pohlmann auf der Kallbrücke nahe der Mestrenger Mühle eingeweiht. Sie erinnert an den inoffiziellen Waffenstillstand, den der deutsche Stabsarzt Dr. Günther Stüttgen im November 1944 mit den Amerikanern aushandelte. Im September 2005 konnte nun endlich und nach einigen behördlichen Auflagen die Infotafel des Eupener Künstlers Tillmann Schmitten, auf der die Hintergründe zu diesem Ereignis erläutert werden, aufgestellt werden.

Sie finden auf dieser Webseite den deutschen und englischen Text zur Infotafel sowie Presse- Artikel.

   
 

Wenn Sie das Kalltal, den Pfad des Gedenkens und die Skulptur "A Time for Healing" besuchen wollen, hier eine kurze Wegbeschreibung:

Von Osten bzw. Köln kommend fahren Sie nach Nideggen, dort fahren Sie rechts in das Rurtal (Richtig, die Rur ohne "h", oder auch "Roer" geschrieben) Richtung Schmidt. Im Dorf Schmidt fahren Sie rechts (ausgeschildert) Richtung Vossenack. Sie kommen nun in das Kalltal. Kurz vor Ende des Tals biegen Sie links in den Schotterweg (offizielle Strasse) zur Mestrenger Mühle (auch ausgeschildert). Dort befindet sich linkerhand die Brücke.

Von Norden oder Westen kommend fahren Sie durch Vossenack nach Schmidt. Sie kommen in das Kalltal und biegen rechts ab Richtung Mestrenger Mühle.

   
 
   
  Infotafel im Kalltal mit (v.l.n.r) Bildhauer Michael Pohlmann und Achim Konejung
 
  A Time for Healing - Die Gedenkskulptur auf der Kallbrücke
  Die Schlacht im Hürtgenwald
  Hier in der Nordeifel tobte die längste Schlacht, die im Zweiten Weltkrieg auf deutschem Boden stattgefunden hat. Obwohl die Amerikaner nach dem Ausbruch aus der Normandie bereits am 11. September 1944 den Westwall bei Aachen erreicht hatten, gelang es Ihnen erst Ende Februar 1945, die Rur Richtung Rhein zu überschreiten.

Division um Division wurde in den "Hurtgen Forest", wie die Amerikaner den Staatsforst zwischen Stolberg und Monschau bald nannten, geschickt. Die Verluste waren hoch 1) und die Geländegewinne entsprachen eher dem Stellungskrieg des Ersten Weltkriegs als dem schnellen Vormarsch der vorangegangen Wochen.

Für den Hürtgenwald und seine Gemeinden bedeuteten die schweren Kämpfe die völlige Zerstörung. Es dauerte Jahrzehnte, bis ein Großteil der Minen und die sterblichen Überreste der Opfer beider Seiten geborgen werden konnten. Noch heute finden sich in den Wäldern Spuren der Kämpfe, gesprengte Bunker, zugewachsene Grabensysteme und gefährliche Blindgängermunition.

In einem Europa, das langsam die Erinnerung an seine blutige Geschichte verliert und gleichzeitig in neue Krisen gerät, ist das Wachhalten der Vergangenheit eine der vordringlichsten Aufgaben. Neben den Schlachtfeldern in der Normandie, in den Ardennen, den Kampfstätten des Ersten Weltkrieges in den Argonnen, an der Somme und in Flandern, ist auch der Hürtgenwald eine wichtige Gedenkstätte zur Mahnung an den Frieden und gegen Gewalt als Mittel zur Konfliktlösung.

   
  1) Die Kämpfe am Westwall haben allein bis zum 15. Dezember 1944 über einer viertel Million Soldaten beider Seiten Tod, Verwundung oder Gefangenschaft gebracht.

Quelle: Office of the Chief of Military History, US Army, "The Siegfried Line Campaign": 1. and 9. US Army 57.039 battle casualties (tot, verwundet, gefangen, vermisst), 71.654 non battle casualties.(Unfälle, Krankheiten wie Lungenentzündung, Grabenfuß, Erfrierungen und Traumata); Wehrmacht wahrscheinlich 12.000 Tote, 95.000 Gefangene (dokumentiert) und eine unbekannte Zahl an Verwundeten.

   
  Der Waffenstillstand an der Kallbrücke
  Über diesen Weg, dem so genannten "Kalltrail", stießen Anfang November '44 Teile der 28. US Infanteriedivision vor, um den Ort Schmidt einzunehmen. Die so genannte "Allerseelenschlacht" endete nach wenigen Tagen für die Amerikaner in einem Desaster.

Als sich die Überlebenden aus Kommerscheidt kommend über diese Brücke nach Vossenack zurückziehen wollten, waren bereits große Teile des Kalltals von den Deutschen abgeschnitten. Vom 7. bis 12. November gelang es dem deutschen Stabsarzt Dr. Stüttgen hier an der Kallbrücke mit den Amerikanern einen inoffiziellen Waffenstillstand auszuhandeln, um die Verwundeten beider Seiten zu versorgen. So konnte vielen GIs durch deutsche Sanitäter das Leben gerettet werden. Für diesen Akt der Humanität wurde Dr. Stüttgen nach dem Krieg vom Gouverneur des Staates Pennsylvania geehrt. Das Ereignis an der Kallbrücke ist im Museum der Nationalgarde auf einem Gemälde mit dem Titel "A Time for Healing" festgehalten.

Auf dem oberen Teil des "Kalltrails" finden sich die Reste des amerikanischen Verbandsplatzes, der auf dem Gemälde abgebildet ist. Eine Replik des Bildes befindet sich im Friedensmuseum in Vossenack.

   
  Die Gedenkskulptur "A Time for Healing"
  Die Skulptur des Bildhauers Michael Pohlmann soll an diesen Moment der Menschlichkeit inmitten des Grauens erinnern und wurde am 60. Jahrestag, dem 7. November 2004, offiziell eingeweiht.

"Ich wollte kein Heldendenkmal schaffen, keine theatralische Darstellung, kein Pathos, sondern bescheidener auftreten mit einer schlichten Form in Stein gehauen, den Ort des Geschehens würdigen. Ein Ort an dem alles vielleicht einmal rational begonnen hat, dann aber mehr und mehr irrational wurde und völlig aus den Fugen geriet, bis hier... die Vernunft? oder war es doch die Emotion? eine Begegnung der Humanität möglich werden ließ."

Die Infotafel wurde gestaltet vom Bildhauer Tilman Schmitten, Eupen.

Gedenkskulptur und Infotafel wurden gestiftet von der
Konejung Stiftung: Kultur

   
  Museum und Gedenkstätten im Hürtgenwald:
 

Museum "Hürtgenwald 1944 und im Frieden" Vossenack,
Pfarrer-Dickmann-Straße 21 - 23, Vossenack (ausgeschildert), geöffnet Sonntags von 11 bis 17 Uhr und auf Anfrage (Tel./Fax: 02429 - 90 26 13).

Ehrenfriedhof Vossenack
Von der B 399 Vossenack Richtung Lammersdorf nach Simonskall links abbiegen (ausgeschildert).

Ehrenfriedhof Hürtgen
An der B 399 von Vossenack Richtung Düren vor Hürtgen auf der linken Seite.

Fahrt in die Vergangenheit - Hürtgenwald und der lange Krieg im Westen
Das rollende Hörspiel mit Lesungen, Tondokumenten und Führungen.
Veranstaltet von der Konejung Stiftung: Kultur. Mehr Infos und Termine unter www.konejung-stiftung.de.

 
  A Time for Healing - The Memorial Sculpture on Kall Bridge
  The Battle of Huertgen Forest
  Here in the Northern Eifel region, the longest battle raged that had ever taken place on German ground during World War II. Although the Americans, after the breakout from Normandy, had already reached the Westwall (the so called "Siegfried Line") near Aachen on September 11, 1944, they did not succeed in crossing the Roer River heading for the Rhine before the end of February 1945.

Division after Division was sent into the "Huertgen Forest", as the Americans soon called the state forest between Stolberg and Monschau. Casualties were high 1) and territorial gains were small--more like the static warfare of Word War I than the quick advances achieved during the weeks before.

For the Huertgen Forest and its communities, the heavy battles meant their total destruction. For decades after the war, mines continued to be salvaged from the woodlands. Equally, remains of victims from both sides were still being recovered long after the war. Even today you will find vestiges of combat in the forests, blasted bunkers, overgrown grave systems, and dangerous dud ammunition.

In a Europe that slowly loses the remembrance of its bloody history while getting involved in new crises, keeping awake the past is a task of particular importance. In addition to the battlefields in Normandy and in the Ardennes, the combat sites of World War I in the Argonnes, at the Somme, and in Flanders, the Huertgen Forest serves as a powerful reminder for peace, an appeal against war as a politicial means.

   
  1) Military actions at the Westwall up to December 15, 1944 alone brought death, injury, or captivity to over more than a quarter million soldiers from both sides.

Source: Office of the Chief of Military History, US Army, "The Siegfried Line Campaign": 1st and 9th US Army--57,039 battle casualties (dead, wounded, captured, missing in action); 71,654 non-battle casualties, i.e. accidents, diseases such as pneumonia, trench foot, frostbite, and traumata. German Armed Forces presumably 12,000 dead, 95.000 captured (documented), and an unknown number of wounded.

   
  The Ceasefire at Kall Bridge
  Across this way, the so-called "Kall Trail", troops of the 28th US Infantry Division pushed forward at the beginning of November 1944 to capture the village of Schmidt. After a few days, the so-called "Allerseelenschlacht" resulted in a disaster for the Americans.

As surviving American troops tried to retreat across this bridge to Vossenack, great parts of the Kall Valley were already cut off by the Germans. From November 7 to 12, the German regimental doctor, captain Dr. Guenther Stuettgen, managed to negotiate an unofficial ceasefire with the Americans here at the Kall Bridge in order to attend to the wounded of both sides. In this way, the lives of many G.I.s could be saved by German paramedics. After the war, Dr. Stuettgen was honored by the Governor of the State of Pennsylvania for this act of humanity. This incident at the Kall Bridge is documented in the Museum of the National Guard on a painting entitled "A Time for Healing".

On the "Kall Trail's" upper part, there are still remains of the American casualty station depicted on the painting. A replica of that painting is placed at peace museum in Vossenack.

   
  The Memorial Sculpture "A Time for Healing"
  This sculpture created by Michael Pohlmann recalls that moment of humanity amidst the horrors of war. It was officially dedicated on the 60th anniversary of the ceasefire on the Kall Bridge, November 7, 2004.

"I didn't want to create a monument to heroes, no theatrical representation, no pathos, but wanted to appear more unassumingly with a frugal shape, hewn in stone, dignifying the actual place of the incident. A place perhaps, at which once everything may have started rationally, then however, became more and more irrational and totally out of control until a return to sanity--or was it still emotion?--made a humanitarian encounter come true."

The plaque was created by the sculptor Tilman Schmitten, Eupen.

Memorial sculpture and plaque were endowed by the
Konejung Foundation: Culture

   
  Museum and memorials in the Huertgen Forest:
  Museum "Hürtgenwald 1944 and at peacetime".
Pfarrer-Dickmann-Strasse 21-23, Vossenack (signposted), open Sundays from 11.00 a.m. to 5.00 p.m. and upon request (Phone /Fax: +49 (0) 2429 - 90 26 13).

German Military Cemetery Vossenack
From B 399 Vossenack direction to Lammersdorf turn left after Simonskall (signposted).

German Military Cemetery Huertgen
At the B 399 from Vossenack direction to Dueren before Huertgen to the left.

Journey into the Past: "Huertgen Forest and the Long War in the West"
A guided tour leading visitors to the precise battlefield locations from the Kall Valley Campaign. Includes audio presentations with readings from historical and audio documents. Organized by the Konejung Foundation: Culture. For more info and dates please refer to www.konejung-stiftung.de.

   
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  Presse
  Aachener Nachrichten online - Dürener Nachrichten

23.09.2005 15:50
Informative Gedenktafel im Kalltal

Simonskall. Krieg und Frieden: Um eine Gedenktafel aufzustellen, wo sich vor über sechs Jahrzehnten deutsche und amerikanische Truppen in einem blutigen Stellungskrieg mehrere Monate auf Leben und Tod bekämpft und dabei verbrannte Erde hinterlassen haben, bedarf es heute einer behördlichen Genehmigung - klar.

Und die kommt nicht von heut´ auf morgen, weil das Kalltal mittlerweile unter Naturschutz steht und überhaupt alles seine Ordnung haben muss. So übten sich Achim Konejung und Michael Pohlmann in Geduld.

Am Donnerstag war es so weit. Rund neun Monate nachdem sie das Antragsverfahren in die Wege geleitet hatten, konnten sie die Gedenktafel an der Kallbrücke unweit der Mestrenger Mühle einweihen. Sie liefert dem Wanderer nun die Hintergründe der Steinskulptur "A Time for Healing", die seit dem 7. November 2004 auf der Brückenbrüstung steht.

   
  Dürener Zeitung vom 23.9.2005

Menschlichkeit in der Hölle
Seit gestern erläutert eine Tafel die Skulptur "Time for a Healing" im Kalltal. Deutscher erwirkte 1944 Feuerpause, um alle Verwundeten zu verarzten.

Simonskall. Krieg und Frieden: Um eine Gedenktafel aufzustellen, wo sich vor über sechs Jahrzehnten deutsche und amerikanische Truppen in einem blutigen Stellungskrieg mehrere Monate auf Leben und Tod bekämpft und dabei verbrannte Erde hinterlassen haben, bedarf es heute einer behördlichen Genehmigung - klar. Und die kommt nicht von heut` auf morgen, da das Kalltal mittlerweile unter Naturschutz steht und überhaupt alles seine Ordnung haben muss. So üben sich Achim Konejung und Michael Pohlmann in Geduld. Am gestrigen Donnerstag war es so weit. Rund neun Monate nachdem sie das Antragsverfahren in die Wege geleitet hatten, konnten sie die Gedenktafel an der Kallbrücke unweit der Mestrenger Mühle einweihen. Sie liefert dem Wanderer nun die Hintergründe der Steinskulptur "A Time for Healing", die seit dem 7. November 2004 auf der Brückenbrüstung steht.

Der Vettweißer Bildhauer Michael Pohlmann hat sie im Auftrag der Konejung-Stiftung geschaffen, um auf einen Akt der Menschlichkeit inmitten der barbarischen Schlacht zu erinnern: Der deutsche Stabsarzt Dr. Stüttgen hatte sich im November 1944 mit den von ihrer Versorgungslinie abgeschnittenen Amerikanern auf eine mehrtätige inoffizielle Gefechtspause verständigt, um die Verwundeten beider Seiten behandeln zu können. Für diesen Akt der Humanität war der Mediziner nach dem Krieg vom Gouverneur des Staates Pennsylvania geehrt worden, da er so vielen Gis das Leben rettete. Das Ereignis auf der Kallbrücke ist im Museum der Nationalgarde im Gemälde mit dem Titel "A Time for Healing" - Zeit zur Heilung - festgehalten, eine Kopie des Bildes ist im Friedensmuseum in Vossenack zu sehen.
"Wir können die Vergangenheit nicht einfach ruhen lassen, denn sie ist uns eine wichtige Mahnung. Es gibt noch viel aufzuarbeiten", sagte der Wahl-Vettweißer Kabarettist Achim Konejung mit Verweis auf die jetzt zufällig entdeckten Gebeine jüdischer Zwangsarbeiter bei Stuttgart.

Über die Zahl der Opfer der so genannten Allerseelenschlacht im Hürtgenwald wird viel spekuliert. Daran beteiligt sich Konejung nicht. Die Informationstafel verweist auf US-Quellen, wonach es bei den Kampfhandlungen entlang des Westwalls eine Viertelmillion Tote, Verwundete und Gefangene auf beiden Seiten zusammen geben haben soll. Konejung angesichts des damaligen Grauens im gestern so idyllischen Kalltal: "Es ist müßig, sich über exakte Zahlen den Kopf zu zerbrechen."

Bildhauer Pohlmann hat dem historischen Moment mit künstlerischen Mitteln Ausdruck verliehen. Das Raue, der kahle Wald und mittendrin der Akt der Menschlichkeit. Bislang wies nur der Titel auf die Bedeutung seines Werks hin. Seit gestern liefert die Tafel, die im Stil "Fenster der Vergangenheit" gehalten ist, den Hintergrund. Für Robert Hellwig, Vorstandsmitglied des Hürtgenwalder Geschichtsvereins, ist das Geschehen auf der Kallbrücke beispielhaft: "Dr. Stüttgen war es nicht allein, der im Krieg Menschlichkeit bewahrt hat. Aber hier erinnern wir an eine konkrete Tat".

Der Hinweisständer, vom Eupener Bildhauer Tilmann Schmitten geschaffen, ist selbst eine Skulptur. Löcher im Stahlprofil könnten Einschusslöcher sein, kammartige Zinken weisen in den Himmel. Selbstverständlich sei man den Vorgaben der Behörden gerecht geworden. "Die Konstruktion ist aus Stahl - wie gefordert ein verrottbares Material", so Konejung augenzwinkernd. (jok)

   
   
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